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Die Sicherheitsexperten von Symantec Security Response, dem
weltweit führenden Forschungs- und Reaktionsteam für
Internetsicherheit, geben im Folgenden eine Zusammenfassung der wichtigsten
Erkenntnisse über Internetgefahren:
Ausnutzung von
Schwachstellen und Web-Applikationen
In 2004 ist ein leichter
Rückgang an neu entdeckten Schwachstellen gegenüber dem Vorjahr zu
verzeichnen (2004: 48 neue Schwachstellen pro Woche, 2003: 51 neue
Schwachstellen pro Woche). Doch diese werden immer schneller ausgenutzt. Der
Zeitraum zwischen Bekanntwerden der Schwachstelle und Veröffentlichung von
Exploit Code ist auf durchschnittlich 5,8 Tage geschrumpft. Unternehmen und
Privatanwendern bleibt somit immer weniger Zeit zum Patchen ihrer
Systeme. Neu erkannte Schwachstellen lassen sich auch immer leichter
ausnutzen und stellen zum Teil eine extreme Gefährdung für betroffene
Systeme dar. Zunahme von Attacken auf Webanwendungen: 82 Prozent aller
Webanwendungen gelten als besonders gefährdet und sind leicht zu knacken.
Über Web-Applikationen verschaffen sich Hacker relativ leicht Zugang,
indem sie über ungeschützte Rechner den Perimeterschutz eines
Netzwerks unterlaufen.
BotNets weiten sich aus Die
Zunahme an BotNets - von 2.000 auf 30.000 neue pro Tag - erhöht die
Wahrscheinlichkeit von konzertierten Aktionen wie Denial-of-Service-Attacken
oder Spam-Wellen. BotNets sind Netzwerke aus gekaperten Rechnern, auf die
Hacker mit Hilfe spezieller Backdoor-Programme Fernzugriff haben. Das Interesse
der Hacker ist hier nicht auf Zerstörung ausgerichtet, sondern auf die
Rechnerleistung jedes einzelnen Computers. Zudem nutzen Hacker BotNets, um
Rechner und Netzwerke mit Sicherheitslücken ausfindig zu
machen. BotNets könnten in Zukunft für immer ausgefeiltere
Methoden der Kontrolle und Angriffssynchronisation genutzt
werden.
Online-Betrug nimmt zu
Bei 4,13 Milliarden von
weltweit insgesamt 106 Milliarden E-Mails, die über die
Symantec-Spamfiltertechnik gescannt wurden, handelte es sich um E-Mails mit
betrügerischem Inhalt. Die Branche, die am häufigsten zum Ziel von
Phishing-Attacken wird, ist der Finanzsektor mit durchschnittlich 73 Prozent,
gefolgt von Internet Service Providern mit 14 Prozent (Quelle: Anti-Phishing
Working Group). Im Oktober 2004 wurden 1.142 aktive Phishing-Sites gemeldet.
Von Juli bis Oktober stieg die Zahl der Phishing-Sites monatlich um
durchschnittlich 25 Prozent (Quelle: Anti-Phishing Working Group). Im April
2004 haben 1,8 Millionen Menschen auf Phishing-Mails mit der Preisgabe
persönlicher Informationen reagiert. Mehr als die Hälfte von ihnen
sind tatsächlich Opfer eines Betrugsdelikts geworden. Über das Jahr
gerechnet, bezahlen Banken die Arglosigkeit ihrer Kunden mit etwa 1,2
Milliarden US-Dollar (Quelle:
Gartner).
Spionagesoftware
Spionageprogramme (Spyware)
verfolgen nicht nur kriminelle, sondern auch kommerzielle Zwecke (so genannte
Adware). So werden Daten für Marketing-Zwecke gesammelt und analysiert,
zum Beispiel zu den Internetgewohnheiten des Nutzers. Gegenwärtig
stellen sich etwa 20 Prozent aller eingehenden Virenmeldungen an Symantec als
Spionageprogramme heraus. 80 Prozent davon sind als Adware einzustufen,
verfolgen also kommerzielle Zwecke. Spionagesoftware kann sich ohne Wissen
des Anwenders auf dem Rechner installieren, zum Beispiel über Web-Browser,
Peer-to-Peer-Plattformen, E-Mails und Instant Messaging. Spionagesoftware
kann sich in scheinbar nützlichen Suchleisten befinden, die arglose Nutzer
installieren. Manche Spionageprogramme installieren sich unmerklich durch
ActiveX-Steuerelemente auf einer Website. Spionageprogramme sind diskreter
als ein Virus und bleiben meist vom Anwender unbemerkt. Eine nachlassende
Leistungsfähigkeit des Rechners kann ein Indiz für Spyware sein.
So genannte Keylogger, zeichnen Tastenfolgen auf und senden die
Informationen unbemerkt an den Versender dieses Spionageprogramms zurück.
So können Unbefugte Passwörter, Kontonummern und anderes
ausspionieren.
Erste Schadprogramme für mobile
Geräte
Der Funktionsumfang mobiler Kommunikationsgeräte
nimmt ständig zu und somit erscheinen auch die ersten Schadprogramme: Im
Juni 2004 gab es den ersten Handy-Wurm "Cabir". Im Oktober 2004 traten
manipulierte Java-Anwendungen auf, die sämtliche Sicherheitsfunktionen auf
einem Handy aushebeln konnten. Im November 2004 machte der Trojaner "Skulls"
Geräte vom Typ Nokia 7610 unbrauchbar. Die ständige Verbindung
mit dem Internet, die Netzwerke der dritten Generation (wie GPRS und UMTS)
bieten, machen Smartphones besonders verletzbar: denn so haben auch Hacker
jederzeit Zugriff.
Ausweitung des
Bedrohungsradius
Immer mehr Geräte sind miteinander vernetzt,
immer mehr Geräte sind webabhängig. Noch wird es nach
Einschätzung der Symantec-Experten etwa 2 bis 3 Jahre dauern, bis diese
Bedrohungen ernsthafte Probleme darstellen werden. Doch mit jedem webbasierten
Dienst, den Geräte anbieten, steigt auch die Verletzbarkeit durch digitale
Bedrohungen. So existieren bereits Schadprogramme, die die Einstellungen von
Web-Cams manipulieren. Darüber hinaus gibt es Bedrohungen, die auf
eingebettete Systeme von Kopiermaschinen, Faxgeräten und ähnliches
abzielen. |