| Am 30. 10.
1943 wird bei der Moskauer Außenministerkonferenz von den
Außenminister von Eden(GB), Hull (USA) und Molotow (UdSSR) eine
Erklärung abgegeben, in der Österreich als erstes Land genannt wird,
das der Angriffspolitik Hitlers zum Opfer gefallen ist. Gleichzeitig wird
Österreich an seine Mitverantwortung für die Teilnahme am Krieg
erinnert. Das französische Komitee der Nationalen Befreiung schließt
sich am 16. 11. 1943 der "Moskauer Deklaration" an. |
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| Am
27.04.1945 ,einen Tag nach dem Kriegsende, erkennen die westlichen
Besatzungsmächte 6 Monate nach der Sowjetunion die provisorische Regierung
unter Renner an und es beginnen 1947 in London die ersten Verhandlungen
über einen österreichischen Staatsvertrag, die aber aufgrund der
sowjetischen Haltung und dem Beginn des Ost-West Konfliktes scheitern |
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Anmerkung: Der Begriff "Staatsvertrag" wird "Friedensvertrag"
vorgezogen, da Österreich als Teil des deutschen Reiches während des
zweiten Weltkrieges juristisch gesehen nicht existierte. Diese juristische
Auslegung erschwerte Österreich über Jahrzehnte hinweg eine
Aufarbeitung der nationalsozialistischen Zeit. |
| Ab 1952
ziehen der kalte Krieg und das gespannte Verhältnis zwischen der
Sowjetunion und den USA (Teilung Deutschlands, Koreakrieg) den Abschluss eines
österreichischen Staatsvertrages hinaus. 1952 unterbreitet Stalin dem
Westen Vorschläge für die Wiedervereinigung und Neutralisierung
Deutschlands, die jedoch abgelehnt werden. |
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| 1953:
Nach dem Tod Stalins macht Chrustchows Außenpolitik den Weg frei für
ein neues Österreich. Bundeskanzler Raab war angesichts der entschlossen
jede sich bietende Gelegenheit für die Erlangung der österreichischen
Unabhängigkeit zu ergreifen. Es war der Verdienst des jungen
sozialistischen Staatssekretärs Kreisky, die zunächst auf eine starr
antisowjetische Politik festgelegte SPÖ zum Einschwenken auf den
elastischeren Kurs Raabs zu veranlassen. |
Am
15.04.1955 verhandelt eine Regierungsdelegation mit Bundeskanzler Raab und
Vizekanzler Schärf an der Spitze in Moskau über die Bedingungen einen
österreichischen Staatsvertrag. Die Sowjetunion ist bereit, ihre Truppen
abzuziehen, fordert aber ein paktfreies, neutrales Österreich. Die
österreichische Delegation stimmt nach internen Diskussionen zu. Ergebnis
der Gespräche ist das "Moskauer Memorandum": "Im Sinne der von
Österreich bereits auf der Konferenz von Berlin im Jahre 1954 abgegebenen
Erklärung, keinen militärischen Bündnissen beizutreten, und
militärische Stützpunkte auf seinem Gebiet nicht zuzulassen, wird die
österreichische Bundesregierung eine Deklaration in der Form abgeben, die
Österreich dazu verpflichtet, immerwährend eine Neutralität der
Art zu üben, wie sie von der Schweiz gehandhabt wird." |
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Am
15.05.1955 wird im Wiener Schloss Belvedere der Staatsvertrag von
Vertretern der vier Besatzungsmächte (W. M. Molotow, J. F. Dulles, H.
Macmillan und A. Pinay) unterzeichnet. Außenminister Leopold Figl
präsentiert das Dokument mit den Worten: "Österreich ist
frei!" Im Staatsvertrag nicht enthalten, aber zur Bedingung
für den Abzug der Besatzungsgruppen erhoben, ist Österreichs
Verpflichtung, neutral nach dem Vorbild der Schweiz zu werden.
Am
26.10.1955 wird dementsprechend die dauernde Neutralität
Österreichs vom österreichischen Nationalrat beschlossen und im mit
Verfassungsrang ausgestattetem Neutralitätsgesetz verankert. |
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