Offizier: Irak-Krieg "illegal"

Entsendung in den Irak verweigert.
Washington. Die US-Armee ist erstmals mit der offenen Befehlsverweigerung eines Offiziers gegen die Mobilisierung für den Irak-Krieg konfrontiert. Wie die Angehörigen von Leutnant Ehren Watada am Donnerstag mitteilten, verhängten die Vorgesetzten in Fort Lewis im Bundesstaat Washington gegen den 28-Jährigen ein Kontaktverbot. Watada könne nur noch über seinen Anwalt mit der Außenwelt in Verbindung treten.
Watada lehnte eine Entsendung mit der Begründung ab, der Einsatz der US-Truppen im Irak sei "illegal". Der aus Honolulu auf Hawaii stammende Leutnant hatte sich Ende 2003 für drei Jahre bei der Armee verpflichtet, im Januar aber seine vorzeitige Entlassung beantragt.
Unterdessen hat der von den regierenden Republikanern dominierte US-Senat nach zweiwöchiger Debatte Anträge der Demokraten abgelehnt, noch heuer mit dem Abzug der US-Truppen aus dem Irak zu beginnen.
Im Irak kam es auch am Freitag wieder zu schweren Anschlägen. Mindestens 20 Menschen starben. In Bagdad selbst kam es zu Kämpfen mit Aufständischen. Die Regierung verhängte daraufhin vorübergehend eine Ausgangssperre.
Printausgabe vom Samstag, 24. Juni 2006
Update: Samstag, 24. Juni 2006 16:08:00