TV-Reportage spricht von Landungen in Grönland
CIA-Flüge: Dänen wollen Auskunft
Kopenhagen. US-Geheimdiensttransporte, die Terrorverdächtige in das international höchst umstrittene Gefangenenlager Guantánamo gebracht haben, könnten die Beziehungen zwischen Dänemark und den Vereinigten Staaten belasten. Die dänische Regierung will von den USA offiziell Auskunft darüber verlangen, ob der Flughafen Narsarsuaq auf Grönland rechtswidrig für Zwischenlandungen genutzt wurde. Außenminister Per Stig Moeller sagte im Rundfunk, eine Fernsehsendung am Vorabend habe "Beweise gebracht, die wir bisher nicht kannten". Der Dokumentation zufolge sollen Flugzeuge des US-Geheimdienstes CIA mit Gefangenen mehrfach zum Auftanken in Grönland gelandet sein. Weiterführende Destinationen sollen Ägypten, Rumänien, Jordanien, Usbekistan, Aserbaidschan und Afghanistan gewesen sein.
Die Flüge seien dabei als Privatflüge deklariert worden. Dies sei "eindeutig nicht akzeptabel", sagte Moeller. Führende Politiker auf der Polarinsel Grönland verlangten ebenso wie die Opposition im dänischen Parlament eine offizielle Untersuchung der Vorwürfe durch die Regierung in Kopenhagen. Diese lehnte Moeller aber ab.
Printausgabe vom Freitag, 01. Februar 2008
Online seit: Donnerstag, 31. Jänner 2008 17:43:00
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