Irving geht vor Menschenrechtsrat

Holocaust-Leugner wieder in England.

Keine Reue für Holocaust-Ansichten.
Wien. Der Holocaust-Leugner David Irving ist am Donnerstag in Wien aus der Schubhaft entlassen worden und nach England zurückgekehrt. Nun will er Österreich vor den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen zitieren und gegen den Abschiebungsbefehl juristisch vorgehen.
Irving meinte bei seiner Ankunft vor Journalisten, er sei im Februar zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden und habe mehr als 400 Tage in Österreichs ältestem Gefängnis in Einzelhaft verbracht, weil er vor 17 Jahren in zwei Reden eine Meinung vertreten habe. "Not nice" – "nicht schön", sagte Irving. Er fühle keine Notwendigkeit, noch länger Reue für seine Ansichten zum Holocaust zu zeigen. Außerdem forderte er einen Boykott aller deutschen und österreichischen Historiker, so lange in diesen Ländern der Holocaust nicht geleugnet werden dürfe. Seine Entlassung auf Bewährung bezeichnete er als "einen echten Sieg für eine echte Geschichtschreibung."
Nach 13 Monaten Haft wurde Irvings Reststrafe am Mittwoch auf Bewährung ausgesetzt. Gegen den Briten besteht ein Aufenthaltsverbot in Österreich.
Printausgabe vom Samstag, 23. Dezember 2006
Online seit: Freitag, 22. Dezember 2006 17:10:41