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Anklage gegen Shoa-Leugner Honsik erhoben

Honsik nach seiner Verhaftung 2007.  Foto: epa

Honsik nach seiner Verhaftung 2007. Foto: epa

Aufzählung Bei Schuldspruch drohen 20 Jahre Haft.

Wien. Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Holocaust-Leugner Gerd Honsik Anklage wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung nach dem Verbotsgesetz erhoben. Staatsanwalt Michael Klackl wirft dem 67-Jährigen vor, in seinen Schriften regelmäßig NS-Gedankengut verbreitet zu haben.

Der Tatzeitraum erstreckt sich von 1987 bis 2007. Der Staatsanwalt hat nur jene Passagen mit dem höchsten Unrechtsgehalt zur Anklage gebracht – sonst "hätte dies den Rahmen der Hauptverhandlung gesprengt", hieß es. Im Fall eines Schuldspruchs drohen Honsik bis zu 20 Jahre Haft, da der Staatsanwalt von einer "besonderen Gefährlichkeit des Täters oder der Betätigung" ausgeht.

Die Anklage ist noch nicht rechtskräftig, Verteidiger Herbert Schaller kann sie noch beeinspruchen.

Printausgabe vom Samstag, 03. Mai 2008
Online seit: Freitag, 02. Mai 2008 17:40:00


Kommentare zum Artikel:

09.05.2008 23:04:21 Orwell läßt grüßen!
Die Gedanken sind frei, niemand kann sie erraten, niemand kann sie erschießen, die Gedanken sind frei - wenn da nicht Orwell auch in "1984" schon 1948 beschrieben hatte, wie man auch die Gedanken der Untertanen im Sinne der Diktatur beherrschen kann! Tod den Diktatoren,(Hitler, Stalin, etc. etc.), aber ein Hoch auf Gerd Honsik, diesen mustergültigen, mutigen Mei=
nungsverbrecher, er legt Ehre
für Österreich ein!
Meinungsverbrecher! Wenn nur alle so wären
Nonkonformer
07.05.2008 19:51:15 Die Ewigstgestrigen
Und da sind sie wieder, die Ewiggestrigen. Wen wundert es bei dem Angeklagten und dem Verteidiger?

Wer behauptet "Die Meinungsdiktatur in unserer Zeit ist ja noch viel schlimmer, als während der NS-Diktatur" (siehe unten) ist eigentlich nicht zurechnungsfähig.
Österreicher
07.05.2008 19:44:10 Hexenjagd
Wer mit der Wahrheit nicht zurecht kommt, der reagiert oft panisch oder (Un)rechts-staatlich. Armes Europa! Wir werden im eigenen Saft geschmort.
Gaetano
07.05.2008 15:41:24 Ein Gewissen gegen die Gewalt
Sehr geehrter Herr Staatsanwalt Klackl!
In seinem Buch "Castellio gegen Calvin oder Ein Gewissen gegen die Gewalt" laesst Stefan Zweig Castellio sagen: "Wenn ich nachdenke, was eigentlich ein Ketzer sei, finde ich nichts anderes, als dass wir all jene als Ketzer bezeichnen, die nicht mit unserer Meinung uebereinstimmen".
Weiter vorne schreibt S. Zweig: "Aber nach dem wirklich vorbildlichen Genfer Gesetz hat jeder Bürger, der einen andern eines Verbrechens beschuldigt, sich gleichzeitig mit dem Angeschuldigten in Haft zu begeben und dort so lange zu verbleiben, bis seine Anklage sich als stichhaltig erwiesen hat".
Der Bau ruft Sie, Herr Staatsanwalt! Teilen Sie sich mit Gerd Honsik die Zelle, bis Sie ihn des Meinungsverbrechens ueberfuehrt haben. Ganz nach der Devise des Karl Kraus: "Man lasse mir meine Ueberzeugungen und Meinungen und verschone mich mit Tatsachen".
Tenedos
Dr. Krekel Heinrich
07.05.2008 03:48:07 Keine Meinungsfreiheit
Glauben Sie ernsthaft, daß sich jemand traut, zu dem Thema seine Meinung frei zu äußern?

Die Meinungsdiktatur in unserer Zeit ist ja noch viel schlimmer, als während der NS-Diktatur.

So verlieren Sie die jungen Menschen und die Zukunft.
Feigling
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