Wiener Zeitung Neu in der Linkmap:
 
  Wiener Zeitung Homepage Amtsblatt Homepage LinkMap Homepage Wahlen-Portal der Wiener Zeitung Sport-Portal der Wiener Zeitung Spiele-Portal der Wiener Zeitung Dossier-Portal der Wiener Zeitung Abo-Portal der Wiener Zeitung Suche Mail senden AGB, Kontakt und Impressum Das Unternehmen Benutzer-Hilfe
 Politik  Europa  Kultur  Wirtschaft  Computer  Wissen  extra  Panorama  Wien  Meinung  English  MyAbo 
 Welt  Österreich 10.Bundesland  Verwaltung 
Print this

"Das Kreuz ist ein zentrales Symbol"

Khol: Laizismus wäre ein Rückschritt. Foto: wh

Khol: Laizismus wäre ein Rückschritt. Foto: wh

Aufzählung Interview mit Ex-Nationalratspräsident Andreas Khol.

"Wiener Zeitung":(wh) Herr Khol, was bedeutet das Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs?

Andreas Khol: Ich bin zuversichtlich, dass die Große Kammer des Gerichtshofs sich dieses Urteil noch einmal genau anschauen wird. In der historischen Interpretation der Religionsfreiheit handelt es sich dabei um eine negative Freiheit, das heißt, man darf niemanden zu einem bestimmten Glauben zwingen. Religionsfreiheit so verstanden bedeutet jedoch nicht das Recht, dass man nicht mit anderen Religionen konfrontiert werden darf. Das ist für mich ganz klar, ansonsten hätten Länder wie Italien oder Österreich – bei uns ist das Kruzifix in den Schulen sogar durch das Konkordat geregelt – einen juristischen Vorbehalt angemeldet. Das Menschenrecht auf Religionsfreiheit bedeutet also nicht zwingend einen Laizismus wie in Frankreich, wo Kirche und Staat radikal getrennt sind.

Angenommen, das Verbot von Kruzifixen in Schulen setzt sich doch durch: Welches Signal geht dann davon aus?

Das wäre ein Rückschritt in ein überholtes Modell einer radikalen Trennung von Kirche und Staat und eine Absage an unsere christlich geprägte Leitkultur, die ich jedoch nicht als eine genuin christliche, sondern als allgemein religiöse verstehe.

Für Sie ist das Kreuz also ein meta-christliches Symbol?

Ja, zumindest sehe ich das so für die Buchreligionen Christentum, Judentum und Islam. Als vor einiger Zeit Linz das Aufhängen von Kruzifixen untersagen wollte, hat sich etwa die Islamische Glaubensgemeinschaft entschieden dagegen ausgesprochen.

Droht uns ein neuer Kulturkampf?

Nein, das wohl nicht, aber das Kreuz ist ein ganz zentrales Symbol in unserer Kultur. Auch deshalb bin ich davon überzeugt, dass die Bundesregierung alles Notwendige unternehmen wird, um im Europarat deutlich zu machen, dass wir eine andere Auffassung von Religionsfreiheit haben. Andere Staaten werden uns dabei sicherlich unterstützen – wir werden in dieser Auseinandersetzung ganz sicher nicht alleine dastehen.

Printausgabe vom Donnerstag, 05. November 2009
Online seit: Mittwoch, 04. November 2009 17:28:00

Kommentar senden:
Name:

Mail:

Überschrift:

Text (max. 1500 Zeichen):

Postadresse:*


* Kommentare werden nicht automatisch veröffentlicht. Bitte beachten Sie unsere Regeln.
Die Redaktion behält sich vor Kommentare abzulehnen. Wenn Sie eine Veröffentlichung Ihrer Stellungnahme als Leserbrief in der Druckausgabe wünschen, dann bitten wir Sie auch um die Angabe einer nachprüfbaren Postanschrift im Feld Postadresse. Diese Adresse wird online nicht veröffentlicht.
Dokumente

Faymann-Rede zum ersten Jahrestag der Regierung
Die 11 Grundsatzempfehlungen des Wissenschaftsrats

1 2 3 4 5

Dossiers

Der Eurofighter - Vertrag

Wiener Zeitung - 1040 Wien · Wiedner Gürtel 10 · Tel. 01/206 99 0 · Impressum · AGB