Erzbischof bannt Mobilfunk
Von Mathias Ziegler

Kothgasser sagt Strahlenbelastung den Kampf an.
Salzburg/Wien. Was bei den Messen der Wiener Jugendkirche bereits zum Standardprogramm gehört, nämlich das Benutzen von Mobiltelefonen als kollektive Aktion im Rahmen des Gottesdienstes, wird ansonsten im Zusammenhang mit sakralen Handlungen als störend empfunden.
Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser hat aber nicht nur mit der Lärmbelästigung Probleme, sondern sorgt sich neuerdings auch um die Gesundheit seiner Schäfchen. Laut einem aktuellen Verordnungsblatt der Erzdiözese Salzburg ist "Elektrosmog, wo immer möglich, zu vermeiden und zu reduzieren. Auf kirchlichen Liegenschaften wird der Betrieb von Mobilfunksendeanlagen nicht genehmigt." Außerdem seien Mobiltelefone und WLAN-Netzwerke möglichst zu vermeiden. Stattdessen sollten die Mitarbeiter Festnetz und E-Mails als Kommunikationsmittel benutzen, so der Erzbischof.
Ob das Beispiel Salzburg auch in anderen Diözesen Schule machen wird, bleibt fraglich. Der Wiener Dompfarrer Anton Faber jedenfalls will keine voreiligen Verbote aussprechen, "solange nicht widerspruchslos feststeht, dass Mobilfunk-Strahlen tatsächlich Schaden anrichten. Schließlich sind sie eine wertvolle Hilfe", meinte Faber im (Mobiltelefon-)Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Allerdings sind die Funkmasten auf Curhaus und Stephansdom immer wieder Thema. "Schlimmer finde ich aber, wenn es in den abenteuerlichsten Tönen während der Messe klingelt", so der Dompfarrer. Erst am Dienstag plärrte mitten im Gebet ein Baby – als Klingelton.
Printausgabe vom Donnerstag, 10. Mai 2007
Online seit: Mittwoch, 09. Mai 2007 17:56:30