Stronach weg – weitere Millionen für Austria Wien
Von Christian Mayr

Stadt Wien plant 8-Millionen-Spritze für neue Akademie.

Tribüne im Horr-Stadion kostete schon 5,4 Millionen.
Wien. Frank Stronach hat sich als Mäzen der Wiener Austria längst verabschiedet und bäckt nun kleinere Brötchen beim FC Magna in Wiener Neustadt. Wie sich nun herausstellt, muss der Wiener Steuerzahler immer tiefer in die Tasche greifen, um diese Finanzlücken für den Betrieb des Fußball-Klubs zu schließen. Aktuell steht auf der Agenda der Stadtregierung eine Subvention in Höhe von 6,6 Millionen Euro netto – ein Bruttobetrag von knapp 8 Millionen Euro.
Der "Wiener Zeitung" wurden die Unterlagen dieses politisch brisanten Planes zugespielt. Gewidmet sind die Mittel "für die Errichtung der für ein Bundesliganachwuchszentrum sowie einer Fußballakademie notwendigen infrastrukturellen Einrichtungen, die den Lizenzkriterien der Österreichischen Bundesliga entsprechen".
Dabei hat die Austria eigentlich schon ein von Experten stets als Vorbild bezeichnetes Nachwuchszentrum – nämlich die Akademie in Hollabrunn. Prominentester Absolvent ist Neo-Teamspieler Rubin Okotie. Aber auch hier hat Stronach die Zusammenarbeit mit der Austria gekappt, weshalb die Favoritner andere Wege suchen müssen.
Im Gespräch ist eine Kooperation mit dem Schul- und Sportcampus Wendstattgasse (10. Bezirk), der im Herbst als Teil des Gesamtschulprojekts "Wiener Mittelschule" starten soll. Näheres war dazu nicht zu erfahren, da Austria-Manager Markus Kraetschmer nicht erreichbar war und Sportstadträtin Grete Laska vorerst keinen Kommentar dazu abgab.
Schon in Sachen Spielstätte hat die Stadt kräftig unter die Arme gegriffen: Das im Vorjahr sanierte und um eine neue Tribüne erweitere Horr-Stadion wurde mit 5,4 Millionen Euro subventioniert; auch hier hatten sich zuvor Stronachsche Stadionpläne in Rothneusiedl zerschlagen.
"Roter Fördersumpf"
Heftige Kritik setzt es von ÖVP-Gemeinderat Wolfgang Aigner: Angesichts der Tatsache, dass Bürgermeister Michael Häupl als Kuratoriums-Vorsitzender und Wolfgang Katzian (beide SPÖ) als Präsident bei der Austria agieren, spricht er von einem "roten Fördersumpf": "Es kann nicht sein, dass der Breitensport ausgehungert wird, aber alles Geld in Prestigeprojekte fließt." Aigner weist darauf hin, dass die Rapid-Akademie nicht gefördert werde – es aber immer noch unklar sei, ob die 7,3 Millionen Euro teure Hanappi-Euro-Fanzone keine versteckte Rapid-Subvention gewesen sei.
Printausgabe vom Donnerstag, 05. Februar 2009
Online seit: Mittwoch, 04. Februar 2009 18:27:00
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