Deutsche Politiker wollen Film verbieten
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Rambo alla turca...
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Von Gerald Jatzek
Mit scharfen Worten haben deutsche Politiker am Wochenende die Absetzung des türkischen Films "Tal der Wölfe - Irak" gefordert. Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) vertraute seine Wünsche der "Bild am Sonntag" an. Baden-Württembergs, Innenminister Heribert Rech (CDU) folgte mit der Aussage "Der Film schürt antisemitische und antiamerikanische Ressentiments, spaltet Kulturen und radikalisiert vor allen Dingen türkische Jugendliche."
Der Action-Film "Tal der Wölfe - Irak" ("Kurtlar Vadisi - Irak") ist nach dem Muster amerikanischer Rambostreifen gestrickt. Die Handlung ist so abstrus wie in den filmischen Vorbildern. Unter anderem findet ein flotter Handel mit den Organen unschuldig verhafteter Iraker statt. Der Held mit dem Ballermann ist Türke und heißt Polat Alemdar, die Bösen sind in diesem Film nicht die asiatische Bevölkerung sondern Amerikaner - und ein jüdischer Arzt. Dementsprechend scharf fällt die Ablehnung des Streifens aus, der als teuerste türkische Filmproduktion aller Zeiten gilt.
Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland appellierte an alle Kinobesitzer, den Film sofort abzusetzen. Wer den Film zeige, unterstütze den Hass auf jüdische Menschen, wird Zentralrats- Vizepräsidentin Charlotte Knobloch in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstag) zitiert.
Zunächst wollen die Politiker das Freigabe des Films von 16 auf 18 erhöhen. Am Montag will der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet (CDU) einen entsprechenden Antrag beim Appellationsausschuss der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) der Filmwirtschaft stellen. Als Begründung will Laschet die Gewaltszenen in Nahaufnahmen - etwa ein Selbstmordattentat - anführen.
"Unabhängig von der Überprüfung der Altersgrenze muss eine politische Debatte über den Film stattfinden", forderte Laschet. In dem Streifen werde ein christlich-jüdischer Feldzug gegen die Muslime dargestellt. Dies könne auf Jugendliche sozial desorientierend wirken, sagte der Minister. Der Film schüre Hass und entfremde die Religionen.
In Österreich ist der Film ebenfalls seit anderthalb Wochen zu sehen, offizielle Reaktionen blieben jedoch bislange aus.
Sonntag, 19. Februar 2006 16:26:36
Update: Sonntag, 19. Februar 2006 16:32:00