Vom Elend in die bessere Neue Welt
Golden Door
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Vincenzo Amato. Foto: Filmladen
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"Golden Door" (Italien/Frankreich).
(fan) Postkarten aus Amerika mit Motiven, die zeigen, wie Geld auf Bäumen wächst, können leicht Sehnsüchte wecken. Dass die Bilder getürkt sind, weiß der bettelarme sizilianische Bauer Mancuso nicht, dessen Familie seit Generationen ein armseliges, karstiges Land bewirtschaftet.
Das Porträt des archaisch-tragischen, von Aberglauben bestimmten Elends bildet den ersten Teil des Immigranten-Dramas angesiedelt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, den zweiten die gemeinsame Schifffahrt in eine vermeintlich bessere Welt. Allmähliche persönliche Veränderungen werden zusätzlich angeregt durch die geheimnisvolle, elegante Mitpassagierin Lucy. Zurückhaltend, aber zielstrebig bezaubert sie Mancuso. Warum, stellt sich erst später heraus. Jedenfalls ist sie für den romantischen Touch zuständig.
Der Schlussteil, die mit Bauernschläue gekonterte Konfrontation mit den Einwanderungs-Tests in Ellis Island, trägt ironische Züge mit spürbaren Parallelen zur heutigen Immigranten-Politik der USA. Bis auf eine Ausnahme werden sich die Mancusos anpassen, alles andere bleibt offen.
Laut Regisseur Crialese ist es kein politischer, historischer oder sozialer Film. Seine karg-symbolistische Fabel über menschliche Stimmungen und Zustände lassen nicht viele dramaturgische und dramatische Wendungen zu. Unbestritten beeindruckend hingegen die visuelle Umsetzung. Immerhin zieht Crialese einen ganz eigenen Stil durch, der sich den Erwartungshaltungen ebenso konsequent verweigert wie den Migranten-Schemata.
Drama
Golden Door (Nuovomondo)
Regie: Emanuele Crialese
Mit: Charlotte Gainsbourg, Vincenzo Amato
Urania, Votiv, Village
Außergewöhnliche und eigenwillige Fabel.
Printausgabe vom Donnerstag, 12. Juli 2007
Update: Donnerstag, 12. Juli 2007 14:31:00