Mit "Ein Quantum Trost" bietet die längste Kinofilmreihe der Geschichte bereits das 22. Abenteuer
Die Welt hat nicht genug von Bond
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Die Dame geht immer vor, auch wenn sie sich anfangs etwas kratzbürstig zeigt: James Bond (Daniel Craig) rettet Camille (Olga Kurylenko) aus den Flammen. Foto: Sony
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Von Christina Mondolfo

"Ein Quantum Trost" startet am 6. November.

Der originale Bond hieß Dusko Popov.
Seine Markenzeichen sind schnelle Autos, technische Spielereien, superböse Schurken, gegen die er kämpfen muss, schöne Frauen, der berühmte Martini und seine Vorstellung: "Mein Name ist Bond, James Bond." Zumindest war das bisher so, doch seit "Casino Royale" weht ein etwas anderer Wind durch die Pinewood Studios. Was der erfolgreichsten Kinofilm-Reihe der Welt aber nicht geschadet hat – im Gegenteil.
Erfolgreiche Weltenrettung
Bereits seit 1962 rettet der Doppelnull-Agent die Welt vor dem Bösen – immer perfekt gestylt und ausgerüstet, allerdings mit unterschiedlicher Publikumsakzeptanz. So kam etwa Sean Connery – der übrigens nicht der Wunschkandidat von Ian Fleming, dem Autor der Romanvorlagen, war – im Kino gut an, sein Nachfolger George Lazenby fiel dagegen mit Bomben und Granaten durch. Connery sprang nochmals in die Bresche und landete mit "Diamantenfieber" prompt wieder einen Welterfolg. Dann gab er allerdings endgültig die Walter PPK an Roger Moore ab, der sieben Mal äußerst erfolgreich im Dienste Ihrer Majestät unterwegs war. Bühnenstar Timothy Daltons beiden Ausflügen ins Action-Fach ("Der Hauch des Todes" und "Lizenz zum Töten") warfen Kritiker zu große Brutalität vor, der Versuch, Bond wieder eine härtere Note zu verleihen, wurde allerdings vom Publikum recht gut angenommen. Als nächster Agent mit der berühmten Nummer 007 stieg Pierce Brosnan erstmals in einen BMW und trieb die Maschinerie des technischen Schnickschnacks auf die Spitze – was besonders die Kritiker mit viel Häme bedachten und auch das Publikum immer weniger goutierte. Nach vier Einsätzen kam das Aus für Brosnan. Sein Nachfolger erntete noch vor seinem ersten Einsatz Hohn und Spott: Zu blond, zu blauäugig, zu weich – doch die Kritiker sollten sich irren: Daniel Craig und den Machern von "Casino Royale" gelang mit dem Konzept "zurück zum Ursprung" der erfolgreichste Bond-Film überhaupt. Und dieser Erfolg wird sich wohl mit dem nächsten Einsatz "Ein Quantum Trost" fortsetzen. Das hoffen übrigens auch Markenartikelhersteller wie Aston Martin, Ford, Omega, Sony Ericsson, Smirnoff Wodka, Heineken, Tom Ford oder der heimische Büromöbelerzeuger Bene: Ihre Produkte sind zwar relativ unaufdringlich, aber werbewirksam in Szene gesetzt. Und das steigert die Umsätze . . . Das Original
James Bond hat allerdings nicht nur eine literarische Vorlage, sondern auch eine echte: Der Mann hieß Dusko Popov und war Doppelagent im Zweiten Weltkrieg. Die deutsche Gestapo hatte ihn noch vor Kriegsausbruch dazu überredet, für sie zu arbeiten, allerdings hatte Popov seine Dienste bereits dem britischen Geheimdienst MI6 versprochen. Der charismatische, gut aussehende Mann, der aus reichem Elternhaus stammte, sollte einen Spionagering in England unter dem Codenamen "Midas" aufbauen, mit dem Geld, das er von den Nazis dafür bekam, finanzierte er jedoch britische Aktionen gegen die Deutschen.
Ian Fleming traf Popov im Jahr 1941 in einem Casino, doch die Begegnung der beiden verlief nicht erfreulich: Fleming warf mit Geld nur so um sich, doch Popov legte einfach 50.000 Dollar auf den Baccarat-Tisch und zwang so Fleming, sich beschämt aus dem Casino zurückzuziehen. Popov starb 1981, 17 Jahre nach Fleming.
Printausgabe vom Dienstag, 04. November 2008
Update: Dienstag, 04. November 2008 10:31:00
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