Wiener Zeitung Neu in der Linkmap:
 
  Wiener Zeitung Homepage Amtsblatt Homepage LinkMap Homepage Wahlen-Portal der Wiener Zeitung Sport-Portal der Wiener Zeitung Spiele-Portal der Wiener Zeitung Dossier-Portal der Wiener Zeitung Abo-Portal der Wiener Zeitung Suche Mail senden AGB, Kontakt und Impressum Das Unternehmen Benutzer-Hilfe
 Politik  Europa  Kultur  Wirtschaft  Computer  Wissen  extra  Panorama  Wien  Meinung  English  MyAbo 
 Konzert  Musik  Oper  Theater  Tanz  Film Kunst  Literatur  Medien  Termine 
Daniel Craig zeigt wieder einen zwiespältigen James Bond, der mit Frauen so seine Probleme hat

Ein Weltretter mit Gefühlsschaden

James Bond (Daniel Craig) und die sehr eigenständige, aber etwas kratzbürstige Camille (Olga Kurylenko) suchen einen Weg aus der Wüste – nicht ganz passend gekleidet, aber immerhin sehr schick . . . Foto: Sony

James Bond (Daniel Craig) und die sehr eigenständige, aber etwas kratzbürstige Camille (Olga Kurylenko) suchen einen Weg aus der Wüste – nicht ganz passend gekleidet, aber immerhin sehr schick . . . Foto: Sony

Von Christina Mondolfo

Aufzählung "James Bond 007 – Ein Quantum Trost" (Großbritannien/USA).

James Bond hat es diesmal eilig, sehr eilig. Das beweist schon die Anfangssequenz, in der er in seinem zwar staubbedeckten, aber sehr schicken Aston Martin durch den Steinbruch von Carrara hetzt, gejagt von zwei ebenso schmutzigen, aber ebenso schnittigen Alfas. Dieses Tempo hält Regisseur Marc Forster die ganzen 106 Minuten durch – was für einen Bond-Film erstaunlich kurz ist. Die Hetzerei hätten allerdings wohl weder Bond noch die Zuschauer länger durchgehalten . . .

"Ein Quantum Trost" setzt kurz nach dem Ende von "Casino Royale" ein und ist demnach die erste Fortsetzung in der gesamten Bond-Filmreihe. 007 hat sich auf die Spur derer gesetzt, die in Vespers Tod verwickelt waren, und kreuzt dabei die Wege einer Geheimorganisation. Die wiederum führt ihn zu Dominic Greene, einem Geschäftsmann, der sich in Sachen Umweltschutz engagiert – scheinbar. Denn in Wahrheit benutzt er sein grünes Mäntelchen nur, um sich das unter den Nagel zu reißen, was heute wertvoller ist als Öl: Wasser. In einer Mischung aus Rachefeldzug, emotioneller Schmerzbekämpfung und MI6-Auftrag verfolgt Bond Greene durch die halbe Welt, um letztendlich zu beweisen, dass man sich nicht mit ihm anlegen sollte, denn er, Bond, gewinnt immer. Auch wenn seine Mittel nur höchst selten den Zweck heiligen . . .

Das gehetzte Innere Bonds überträgt Forster auch auf das Äußere: Von der Autoverfolgungsjagd geht es direkt auf und über die Dächer Sienas, Motorräder, alte Fischerboote, Flugzeuge – alles, was sich irgendwie als Fortbewegungsmittel verwenden lässt, wird herangezogen. Die Actionsequenzen sind unglaublich schnell geschnitten, das Auge kommt oftmals gar nicht mit, was ihm da an Akrobatik geboten wird.

Doch so innovativ und beeindruckend das auch ist, in all dem Gerenne und Gekrache geht die durchaus ambitionierte Geschichte etwas unter. Was insofern höchst bedauerlich ist, als Umweltschutz ja gerade jetzt ein heißes Eisen ist, das möglichst oft und plakativ angefasst werden sollte . . .

Über Daniel Craig gibt es auch diesmal nichts zu meckern, er macht seine Sache mehr als gut und seine markant-sarkastischen Bemerkungen gehen ihm schon recht locker von den Lippen. Bond-Girl Nummer Eins, Olga Kurylenko, ist hübsch anzuschauen und durchaus tough, vom typischen anlehungsbedürftigen Bond-Girl hat sie allerdings gar nichts. Anders Bond-Girl Nummer Zwei Gemma Arterton: Mit ihr hat Bond zwar ein kurzes Liebesabenteuer, bevor sie in Erdöl eingelegt wird ("Goldfinger" lässt grüßen!), allerdings fehlt ihr Charisma. Mit dem Problem der Ausstrahlung kämpft auch Mathieu Amalric als Greene, aber vielleicht haben wir uns einfach noch nicht daran gewöhnt, dass die neuen Bösen eben nicht auf den ersten Blick erkennbar sind . . .

James Bond 007 – Ein Quantum Trost (James Bond: A Quantum of

Solace)

Regie: Marc Forster

Mit: Daniel Craig, Olga

Kurylenko, Mathieu Amalric

Auhof, Haydn, Wienerberg

Printausgabe vom Donnerstag, 06. November 2008
Online seit: Mittwoch, 05. November 2008 18:06:00

Kommentar senden:
Name:

Mail:

Überschrift:

Text (max. 1500 Zeichen):

Postadresse:*


* Kommentare werden nicht automatisch veröffentlicht. Bitte beachten Sie unsere Regeln.
Die Redaktion behält sich vor Kommentare abzulehnen. Wenn Sie eine Veröffentlichung Ihrer Stellungnahme als Leserbrief in der Druckausgabe wünschen, dann bitten wir Sie auch um die Angabe einer nachprüfbaren Postanschrift im Feld Postadresse. Diese Adresse wird online nicht veröffentlicht.

Wiener Zeitung - 1040 Wien · Wiedner Gürtel 10 · Tel. 01/206 99 0 · Impressum · AGB