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Ridley Scotts neuer Terror-Thriller überzeugt nicht hundertprozentig

Der Mann, der niemals lebte (USA)

Ed Hoffman (Russell Crowe, links) bleibt meist im Hintergrund. Für die Front ist schließlich Roger Ferris (Leonardo DiCaprio) zuständig . . . Foto: Warner

Ed Hoffman (Russell Crowe, links) bleibt meist im Hintergrund. Für die Front ist schließlich Roger Ferris (Leonardo DiCaprio) zuständig . . . Foto: Warner

Von Christina Mondolfo

CIA-Agent Roger Ferris ist im Nahen und Mittleren Osten stationiert, wo er im Auftrag der USA das Terroristennest von Al-Saleem ausheben soll, der die halbe Welt mit Selbstmordanschlägen in Atem hält.

Ferris spricht Arabisch, passt sich den Sitten und Gepflogenheiten der Bevölkerung an und kommt so an alle wichtigen Informationen heran. Im Hintergrund zieht allerdings sein ziemlich undurchsichtiger Chef Ed Hoffman die Fäden, der Ferris vom CIA-Hauptquartier aus per Laptop und Handy dirigiert. Doch als sich Ferris gegen Hoffmans Anweisung an den Geheimdienstchef Jordaniens, Hani, wendet, um Hilfe im Kampf gegen Al-Saleem zu erbitten, beginnt die Operation aus dem Ruder zu laufen und Ferris gerät gefährlich nahe an den Rand des Abgrundes . . .

Was die Welt ohne CIA und andere Geheimdienste täte – gar nicht auszudenken. Da nimmt man Folter und andere Grausamkeiten natürlich in Kauf, sie dienen ja einem höheren Zweck. Diese moralisch mehr als fragwürdige, aber weit verbreitete Ansicht stellt Regisseur Ridley Scott in seinem neuen Film zwar in Frage, aber nicht besonders vehement.

Auch sonst hinterlässt "Der Mann, der niemals lebte" einen ambivalenten Eindruck. Handwerklich gibt es nichts Negatives zu bemerken: Stimmig-ästhetische Bilder, perfekt getimte Action und Authentizität durch den Einsatz von Handkameras verbinden sich zu einem durchgängigen Ganzen. Doch die Geschichte wirkt nicht immer schlüssig, die handelnden Personen per se nicht immer glaubwürdig. Und die Liebesgeschichte zwischen Ferris und einer in Jordanien lebenden Krankenschwester aus dem Iran scheint überhaupt nur dazu da zu sein, um dem Schluss eine besonders dramatische Wendung samt Läuterung geben zu können.

Für Russell Crowe ist Scott ja mittlerweile ein alter Bekannter, sie sind ein eingespieltes Team. Doch auch wenn Crowe wieder einmal in seiner Rolle als Hoffman aufgeht, wirkt er diesmal doch ziemlich unterfordert. Leonardo DiCaprio gibt einen eindrucksvollen Ferris und beweist, dass er mehr als Talent hat. Auch die restliche Besetzung, und da besonders Mark Strong als Hani, überzeugt – der Film insgesamt leider nicht. Man braucht eben doch mehr als nur gute Darsteller . . .

Der Mann, der niemals lebte (Body of Lies)

Regie: Ridley Scott

Mit: Leonardo DiCaprio, Russell Crowe, Mark Strong

Haydn, Wienerberg

Printausgabe vom Donnerstag, 20. November 2008
Online seit: Mittwoch, 19. November 2008 15:54:00

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