Studie: Biodiesel "ökonomischer Unsinn"

Wissenschafter: "EU hat den falschen Weg eingeschlagen".
Wien. Seit Oktober 2005 wird in Österreich zu Diesel fünf Prozent synthetisierter Raps beigemengt. Wie eine Schweizer Studie im Auftrag der Internationalen Energie Agentur nun behauptet, ist dies ökonomischer Unsinn, der nur die Luftbelastung mit Schwefeldioxid erhöht und den Treibhauseffekt kaum verringert. "Die EU hat den falschen Weg eingeschlagen", so Thomas Nussbauer von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in der Zeitung "Die Zeit". Es sei sinnvoller, Biomasse zum Heizen einzusetzen. Selbst bei der nächsten Biodiesel-Treibstoffgeneration, die in ein paar Jahren kommt, sei die Energieausbeute weit geringer als beim Heizen. "Erneuerbare Energie kann stationär wesentlich effektiver eingesetzt werden als im Verkehr".
Die Arbeiterkammer hatte vor einiger Zeit kritisiert, dass die Einführung von Biodiesel reine Agrarförderung sei und für die Verbraucher zu Mehrkosten von 1,9 Cent/Liter führe. Insgesamt kostet die steuerlich geförderte Beimengung die Steuerzahler 133 Mio. Euro jährlich.
Printausgabe vom Donnerstag, 23. November 2006
Online seit: Mittwoch, 22. November 2006 19:29:41