Auch Österreich erzeugt nun islamkonformes Essen
|
Auch für Muslime: Hans Moser (rechts) präsentiert Putenwürste mit Halal-Zertifikaten. Foto: Peter Tuma
|
|
Von Stefan Beig

Halal-Gütesiegel als Garantie für muslimische Kunden.

Normungsinstitut erstellte europaweit erste ON-Regel.
Wien. Was für Juden koscher ist, nennen Muslime "halal" (Arabisch: erlaubt). Wie im Judentum unterliegen auch im Islam Grundbedürfnisse wie das Essen religiösen Vorschriften. Das österreichische Normungsinstitut hat nun erstmals in Europa eine ON-Regel mit klar definierten Vorgaben für die Vergabe von Halal-Zertifikaten erstellt.
"Das Zertifikat gibt dem Kunden 100-prozentige Sicherheit", betont Günther Ahmed Rusznak vom Islamischen Informations- und Dokumentationszentrum Österreich (IIDZ) bei einer Pressekonferenz mit heimischen Lebensmittelherstellern. Das IIDZ, das unter anderem Produkte der Wursthersteller Alpruf, Moser und Messner, sowie Gewürze von Wiberg und Kamelmilchschokolade von Manner zertifiziert, veranlasste im Vorjahr die Erstellung der ON-Regel, an die sich nun alle Zertifizierer halten müssen.
Hauptkriterien sind: Kein Schweinefleisch, kein Alkohol und die Anrufung Gottes bei der Schlachtung. Der gesamte Produktionsverlauf muss zur Vergabe des Gütesiegels kontrolliert werden: Zutaten, Wursthäute oder Füllstoffe dürfen keine Alkoholpartikel enthalten, auch bei der Lagerung darf es zu keiner Verunreinigung kommen.
Zurzeit profitiert primär der Export in den arabischen Raum von dem Zertifikat. Noch unerforscht ist das Potenzial am heimischen Markt. "Muslime bilden einen Teil unserer Kunden", meint Nicole Berkmann von der Handelskette "Spar". Künftig könnten sicher auch Halal-Produkte zu den gelisteten Artikeln gehören. Dass die Bezeichnung halal abschrecken wird, glaubt Berkmann nicht: "Es gibt ohnehin immer mehr Zertifikate. Das Spektrum reicht von laktosefrei bis zu bio. Wir nehmen auf die verschiedensten Ernährungsbedürfnisse unserer Kunden Rücksicht."
Printausgabe vom Freitag, 27. Februar 2009
Online seit: Donnerstag, 26. Februar 2009 18:07:10
Kommentare zum Artikel:
11.01.2010 18:26:11 Marktlücke
Wie schön für geschäftstüchtige Unternehmer,dass nun eine neue Klientel angesprochen wird, und die Marktlücke geschlossen wird! Vergisst man auch nicht auf dem Halal-Zertifikat zu erwähnen, dass diese Tiere MIT BETÄUBUNG geschlachtet werden? Doch gar nicht im Sinne streng gläubiger Muslime, oder? Wie schade.....
Monika Horvath
|
Kommentar senden:
* Kommentare werden nicht automatisch veröffentlicht. Bitte beachten Sie unsere Regeln.
Die Redaktion behält sich vor Kommentare abzulehnen. Wenn Sie eine Veröffentlichung Ihrer Stellungnahme als Leserbrief in der Druckausgabe wünschen, dann bitten wir Sie auch um die Angabe einer nachprüfbaren Postanschrift im Feld Postadresse. Diese Adresse wird online nicht veröffentlicht.