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Industrieller flog als Steuersünder auf

Robert Schuler-Voith mit Ehefrau als Partygäste. Foto: dpa

Robert Schuler-Voith mit Ehefrau als Partygäste. Foto: dpa

Aufzählung Deutschland bekam weitere Steuerdaten zum Kauf angeboten.
Aufzählung Hausgeräte-König Schuler-Voith im Visier der Ermittler.

Berlin/Bern. Deutsche Finanzbehörden rechnen damit, dass der Kauf von Daten über deutsche Steuerhinterzieher mit Geheimkonten in der Schweiz bis zu 400 Millionen Euro einbringen könnte – statt wie bisher angenommen 100 Millionen. Wie deutsche Medien berichten, liegt auch den baden-württembergischen Behörden ein Angebot zum Kauf von Daten über mutmaßliche Steuerhinterzieher vor. Die Datensätze beträfen rund 2000 Kunden verschiedener Schweizer Banken und Versicherungen, heißt es.

Schätzungen Schweizer Banken zufolge sollen insgesamt bis zu 100.000 Deutsche rund 23 Milliarden Euro an der Steuer vorbei versteckt haben.

Noch weiter beschädigt wird das Ansehen des Schweizer Bankplatzes durch einen Steuerhinterziehungsverdacht beim deutschen Industriellen Robert Schuler-Voith: Der Unternehmer, der die Mehrheit am Maschinenbauer Schuler und am Haushaltswarenhersteller Leifheit hält, hat angeblich mehrere Millionen Euro über einen Trust auf den Cayman-Inseln vor dem Fiskus versteckt. Wie die "Financial Times Deutschland berichtet", soll der Trust über die karibische Niederlassung der Schweizer Privatbank Julius Bär gegründet worden sein.

Verdacht bei Julius Bär

Steuerermittler verdächtigen Julius Bär, bei der Gründung des Trusts nicht die gesetzlich vorgeschriebenen Informationen über Kunden eingeholt zu haben. Bereits im Dezember durchsuchten Fahnder die Villa von Schuler-Voith und stellten dabei umfangreiches Material sicher.

Printausgabe vom Samstag, 06. Februar 2010
Online seit: Freitag, 05. Februar 2010 20:37:00


Kommentare zum Artikel:

09.02.2010 13:33:22 Der gute Geschmack...
ist eben doch ein Luxus. Jahrzehntelang war die Verfolgung von Steuerbetrügern kein Thema, man hatte genügend zahlende Kunden.
Jetzt nicht mehr, und in der peinlichsten Finanznot beginnt der Staat, was er jahrzehntelang nicht hätte vernachlässigen dürfen. Die Zahl der Steuerzahler ist ja an sich recht überschaubar geworden. Wahrlich unzählbar sind dagegen die technischen Möglichkeiten zum Betrug (nicht nur gegenüber der Steuer). Es steht zu befürchten, dass die Ermittlungen einseitig ablaufen werden und nur die "systemisch nicht relevanten" Betrüger zur Kasse gebeten werden. Solche Kollateralschäden werden die Debatte weiter vergiften. Nicht auszudenken, wohin das alles führen kann...
Jakob Büchel
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