Test in den Niederlanden
Wahlbetrug mit dem Computer
Von WZ Online
Wie zuverlässig sind Computer als Wahlhelfer? In den Niederlanden hat eine Bürgerinitiative kurz vor den Parlamentswahlen demonstriert, dass eine der eingesetzten Maschinen von Unbefugten manipuliert werden kann. Vor laufenden Fernsehkameras benötigte man nicht einmal fünf Minuten, um ein fiktives Wahlergebnis zu verfälschen.
Vertreter der Initiative „Wij vertrouwen stemcomputers niet“ („Wir vertrauen Wahlcomputern nicht“) zeigten, dass sich das Steuerprogramm des Wahlcomputers durch den Austausch von zwei Bauteilen manipulieren ließ. Um die EPROMS (programmierbare Festwertspeicher) auszutauschen, mussten lediglich die Gehäuseschrauben geöffnet werden. Die Manipulation selbst würden weder Wähler noch die Wahlkommission bemerken.
In den Niederlanden sind Computer des Typs Nedap ES3B bei Wahlen im Einsatz. Jan Groenendaal, der gemeinsam mit dem Computerhersteller Nedap, Wahlgeräte für die Niederlande liefert, hatte erst vor kurzem betont, dass die Systeme gegen Angriffe von Hackern immun seien. In den Niederlanden wird bereits ein Großteil der Stimmen an Wahlmaschinen abgegeben. Sie werden korrekt nicht als Computer angesprochen, sondern als "Dedicated Special Purpose Machine", die nur für einen einzigen Zweck eingesetzt werden. Aus diesem Grund zeigten die Hacker in der Fernsehsendung, dass sie in der Lage sind, den Rechner umzuprogrammieren und installierten ein Schachprogramm, das vor laufenden Kameras den Zug 1. d2-d4 ausführte. hoff
Links
Die Bürgerinitiative (holländisch)
Erklärung von Jan Groenendaal (deutsch, PDF)
Artikel: Wie aus Stimmzetteln Bildschirme werden
Donnerstag, 05. Oktober 2006 12:28:22
Update: Donnerstag, 05. Oktober 2006 13:32:00