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Friede zwischen Linux und Microsoft

Aufzählung Vereinbarung über bessere Verbindung der Systeme.

San Francisco. Microsoft hat mit seinem Erzrivalen, dem Software-Unternehmen Novell, einen Pakt geschlossen, in dessen Folge Microsoft sein Betriebssystem erstmals gegenüber Software auf Linux-Basis öffnen wird.

Das Betriebssystem Suse Linux von Novell ist eine der am weitesten verbreiteten Linux-Anwendungen. Laut Microsoft-Chef Steve Ballmer werden die beiden Unternehmen kooperieren, um Linux und Microsoft besser miteinander kompatibel zu machen. Microsoft werde die Novell-Produkte sogar in sein Marketing-Konzept einbeziehen, sagt Ballmer. Ziel sei "technische Interoperabilität bei gleichzeitigem Schutz des geistigen Eigentums".

Ein Krebsgeschwür

Die Übereinkunft ist ein Wendepunkt im Konflikt zwischen sogenannten Open-Source-Programmen (deren Quellcode öffentlich ist und von allen Anwendern verändert werden kann) wie Linux und geschützten Programmen (die ihren Quellcode geheim halten und deshalb auch nicht von Nutzern verändert werden können) wie Microsoft. Noch vor ein paar Jahren bezeichnete Ballmer Linux als "Krebsgeschwür, das im Bereich des geistigen Eigentums alles befällt, was es berührt". Jetzt sagt der Microsoft-Chef, er habe erkannt, welch wichtige Rolle Linux für die Microsoft-Kunden spiele.

Tatsächlich dürfte Microsoft auf Druck seiner Kunden handeln. Linux-Systeme sind mittlerweile fixer Bestandteil der Computer-Infrastruktur vieler Firmen. Als Folge davon verlangen viele Kunden von Microsoft, seine Systeme mit Linux-Programmen besser verknüpfbar zu machen. Microsoft wird von Novell Geld dafür erhalten, dass Teile des Microsoft-Quellcodes in der Novell-Software verwendet werden. Dafür werden Nutzer von Suse Linux von Microsoft nicht wegen Urheberrechtsverletzungen belangt.

Wissen: Linux
Linux ist ein Betriebssystem für Computer, das Anfang der 90er vom finnischen Informatik-Studenten Linus Torvalds entwickelt wurde.
Die Besonderheit von Linux liegt darin, dass der Programm-Code frei zugänglich ist (open source). Jeder Benutzer kann somit das Betriebssystem nach seinen Wünschen umprogrammieren, oder auch ganz neue Programme daraus entwickeln. Dadurch sind Linux-Systeme sehr preisgünstig.

Printausgabe vom Samstag, 04. November 2006
Update: Freitag, 03. November 2006 18:27:00

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