Greenpeace testet 18 Laptops auf Giftstoffe
Wie grün ist Elektronik?
Von Franz Zauner / WZ Online
Man nehme Blei, Quecksilber und Cadmium, mische mit reichlich Bromiden, gebe tüchtig Chloridverbindungen und anderes Zeug dazu und stelle das fertige Gerät auf Schreibtische in Büros. Ungefähr nach dieser Formel entstanden lange Zeit Laptops. Seit einigen Jahren werden national und international Gesetze gegen Gift in der Elektronik erlassen. Jetzt bestätigt sogar Greenpeace, dass die Geräte langsam, aber sicher grüner werden.
Nokia, der bekannte Handy-Hersteller aus Finnland, hat bereits viele Giftstoffe aus seinen Produktionsstätten verbannt. Beim Recycling hapert es noch. Laut Greenpeace lässt die Informationspolitik des finnischen Weltkonzern auf diesem Gebiet noch zu wünschen übrig. Jedenfalls aber hat die Umweltschutzorganisation Nokia auf Platz 1 ihres "Green Guide to Electronics" gesetzt, einem globalen Ranking für umweltbewusste Elektronik-Produktion.
Da Giftcocktails weder in Kinderzimmern noch in Büros gut ankommen, ändern sich weltweit die Produktionsmethoden. Ein jüngst von Greenpeace vorgenommener Giftstofftest bei Laptops zeigt, dass giftige Schwermetalle weitgehend aus den Geräten verschwunden sind. Für Greenpeace ein Beweis dafür, dass Gesetze wie die RoHS-Richtlinie der EU bereits ihre Wirkung entfalten. (RoHS steht für Restriction of the use of certain hazardous substances in electrical and electronic equipment ).
Insgesamt 18 Notebook-Modelle wurden getestet. Blei, Quecksilber, Chrom oder Cadmium spielen in keinem von ihnen mehr eine nennenswerte Rolle. Brom, meist verwendet in Form von bromierten Flammschutzmitteln, kommt noch relativ stark zum Einsatz. Diese Mittel gelten als gesundheitlich und ökologisch bedenklich. Den geringsten Anteil an Bromiden wiesen die Modelle von Sony aus.
Ventilatoren, Kabeln, aber auch Mauspads waren häufig Fundorte von Bromverbindungen. Auch der PVC-Anteil in den Geräten war mit durchschnittlich 44 Prozent relativ hoch. PVC gilt zwar nicht als giftig, aber bei der Entsorgung können giftige Verbindungen – unter anderem Dioxin – entstehen.
Weniger bekannte, aber gesundheitlich durchaus bedenkliche Verbindungen wie Phthalate stecken bisweilen in bedenklicher Konzentration in den Geräten. Für alle diese Stoffe gibt es laut Greenpeace harmlose Substitute. Alle Laptops entsprachen zwar den RoHS-Vorgaben, Greenpeace fordert aber eine Verschärfung der Richtlinie. Sie sollte auch auf Materialen wie PVC und Bromide ausgedehnt werden.
Im 'Green Guide to Electronics' führt Nokia vor Sony und Dell
Toxic Chemicals in Computers
Mittwoch, 24. Oktober 2007 13:54:46
Update: Donnerstag, 25. Oktober 2007 13:54:00