Im "Anthropozän"
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Paul J. Crutzen. Foto: wikipedia
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Nobelpreisträger hält Vortrag in Wien.
Wien. Trotz ihrer relativ geringen Masse (nur 10 Millionstel der Erd-Biosphäre; davon nur zwei Prozent Gehirnmasse) haben Generationen von "Homo Sapiens" eine immer wachsende katalytische Rolle bei der Veränderung der Atmosphäre und der Erdoberfläche gespielt. Insbesondere in den letzten zwei Jahrhunderten war dies so prägend, dass von einem neuen Erdzeitalter, dem "Anthropozän" die Rede ist. "Atmosphärenchemie und Klima im Anthropozän" ist Thema des Vortrags von Nobelpreisträger Paul J. Crutzen im Rahmen der Carl Auer von Welsbach Lectures 2008/2009 der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).
Crutzen ist einer der Pioniere der Ozon-Forschung. Für diese Forschungen erhielt er 1995 gemeinsam mit Mario J. Molina und F. Sherwood Rowland den Nobelpreis für Chemie. In einer 2007 veröffentlichten Studie zeigt er gemeinsam mit Kollegen, dass die bei der Produktion von Biotreibstoffen aus Raps und Mais in die Atmosphäre freigesetzten Stickoxide genauso viel oder sogar mehr zur globalen Erwärmung beitragen, als man durch Einsparung fossiler Brennstoffe an Kühlungseffekt gewinnen kann.
Vortrag am 10. Dezember 2008 um 18.15 Uhr im Festsaal der ÖAW, 1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2. Der Eintritt ist frei.
Printausgabe vom Samstag, 06. Dezember 2008
Online seit: Freitag, 05. Dezember 2008 19:23:00
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