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Isamische Glaubensgemeinschaft wird neu besetzt – Wiener Gemeinde wird erst im April gewählt

Mehr Demokratie für Muslime

Anas Schakfeh tritt nach mehr als zehn Jahren als IGGiÖ-Präsident ab. Es wäre möglich, dass ihm in seinem Amt auch eine Frau nachfolgen könnte. Foto: apa

Anas Schakfeh tritt nach mehr als zehn Jahren als IGGiÖ-Präsident ab. Es wäre möglich, dass ihm in seinem Amt auch eine Frau nachfolgen könnte. Foto: apa

Aufzählung Nach Ländern gestaffelt, neuer Wahlmodus.
Aufzählung Noch werden die Mitglieder gezählt.
Aufzählung Frauen aufgerufen zu kandidieren.

Wien. (zaw) Schon vor drei Jahren hat Anas Schakfeh seinen Rückzug als Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) angekündigt. Wer ihm nachfolgt, wird erst im kommenden Frühling feststehen. Dann werden auch die Wiener Muslime ihre Vertreter gewählt haben. In den Bundesländern wird schon im November und Dezember gewählt.

Die Wahl findet erstmals nach der neuen Verfassung der Glaubensgemeinschaft statt, die im Vorjahr nach langem Hin und Her genehmigt wurde. Die Mitglieder wählen nur ihre Gemeindeversammlung. Die Bestellung von Schurarat und Oberstem Rat erfolgt über Entsendung (siehe Grafik).

Schätzungen gehen davon aus, dass in Österreich rund 500.000 Muslime leben, genaue Zahlen gibt es jedoch nicht. Um wählen zu dürfen, muss man bei der IGGiÖ registriert sein (noch bis zur Wahl möglich). Dann gibt es zumindest eine genaue Zahl der IGGiÖ-Mitglieder.

Da das Wahlrecht mit der neuen Verfassung deutlich ausgeweitet wird, ist wahrscheinlich, dass ein Vertreter der starken türkischen Gemeinde neuer IGGiÖ-Präsident werden könnte. Möglich wäre auch eine Frau als Vorsitzende, sagte die Sprecherin der Gemeinde, Carla Amina Baghajati, und rief Frauen dazu auf, vermehrt zu kandidieren. Deutschkenntnisse sind laut Schakfeh zwar nicht verpflichtend, aber erwünscht.

Dass in Wien erst so spät gewählt wird, begründet Baghajati im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" mit der großen Zahl an Gemeindemitgliedern. Die Bundeshauptstadt sei eine "große Herausforderung", weil es hier ein besonders reges muslimisches Leben gebe.

Die Wahltermine

Den Anfang der Wahlen machen die Kärntner Muslime (21.11.), eine Woche später folgt Salzburg (28.11.), dann die Steiermark und Niederösterreich (5.12.), Tirol und Oberösterreich (12.12.) sowie Vorarlberg und Burgenland (19.12.). Erst vier Monate später schreiten die Wiener Moslems zur Wahl (17. 4.). Gewählt wird jeweils Sonntags von 9 bis 17 Uhr.

Das Wahlrecht

Wahlberechtigt sind alle Muslime ab 14 Jahren, die sich in ihrer Gemeinde (jeweils nach der Landeshauptstadt benannt, also etwa Gemeinde Graz für die Steiermark) haben registrieren lassen und ihren Mitgliedsbeitrag von 40 Euro (unter 16 Jahren 20 Euro) bezahlt haben. Kandidieren kann man ab 16 Jahren. Genauere Informationen zu den Wahlen findet man auf der IGGiÖ-Website unter http://www.derislam.at.



Printausgabe vom Freitag, 02. Juli 2010
Online seit: Donnerstag, 01. Juli 2010 18:45:10

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