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Artikel aus dem EXTRA LexikonPrint this

Zahlreiche Fakten und Überlegungen sprechen gegen die weit verbreitete Theorie von der globalen Erwärmung.

Kein Grund zur Hysterie

Die Wüste im Norden Chinas dehnt sich immer weiter aus. Aber ist dafür wirklich der Klimawandel verantwortlich? Und wenn ja – was wären seine Ursachen?  Foto: epa/ Bing Han

Die Wüste im Norden Chinas dehnt sich immer weiter aus. Aber ist dafür wirklich der Klimawandel verantwortlich? Und wenn ja – was wären seine Ursachen? Foto: epa/ Bing Han

Von Klaus P. Heiss

Das Heißeste am Bericht des Weltklimarates ( Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC ), der Anfang Mai 2007 als reines Konsens-Papier in Paris präsentiert wurde, ist die weltweite Hysterie, die er auslöste, verbunden mit der Ausbeutung grundlegender (Existenz-) Ängste durch zahlreiche politische Opportunisten. Die allgemeine Panik geht schon so weit, dass Kritiker des Klimawahns einen Maulkorb verpasst kriegen. Das Thema ist erledigt, der Konsens dekretiert!

Gemessene Wirklichkeit

Was einem tatsächlichen Konsens freilich im Wege steht, sind die empirischen Daten zum Weltklima, die gemessene Wirklichkeit, die Klimageschichte der Erde. Das IPCC prognostiziert einen Anstieg der weltweiten Temperaturen um vier bis fünf Grad in den nächsten 100 Jahren, beschleunigt durch den dramatisch wachsenden CO 2 -Ausstoß der Industriestaaten. Manche Forscher gehen sogar von einem Anstieg bis zu elf Grad aus. Würde man hingegen den weltweiten CO 2 -Ausstoß auf dem Niveau des Jahres 2000 einfrieren, so würde sich – laut IPCC – das Klima nicht weiter verändern.

Allerdings lässt die gemessene Wirklichkeit schon heute Zweifel an den Voraussagen des IPCC aufkommen. Gemäß den Prognosen des Weltklimarates, die allesamt auf millionen-teuren Computersimulationen basieren, hätte sich das Klima im letzten Jahrzehnt um rund ein halbes Grad erwärmen müssen. Tatsächlich sind die weltweiten Temperaturen seit 1998 jedoch nicht gestiegen, sondern vielmehr um 0,4 Grad gesunken. Außerdem zeigen die gemessenen Daten eine Stabilisierung der Temperaturen an, trotz zusätzlicher CO 2 -Emissionen.

Es stellt sich also die Frage, ob die globalen Temperaturen steigen oder sinken, oder ob sie womöglich sogar gleich bleiben. Die Antwort lautet auf jeden Fall: Ja! Welche Antwort man sich auch wünscht, man findet Daten, die sie belegen: Über die letzten 150 Jahre sowie über die letzten 16.000 Jahre betrachtet, steigen die Temperaturen an. In den letzten 2000 Jahre sinken sie. Im Zeitraum der letzten 9000 Jahre bleiben die Temperaturen gleich. Insgesamt befindet sich die Erde seit zwei bis drei Millionen Jahren – verglichen mit anderen Epochen der Geschichte dieses Planeten – in einer Kälteperiode.

Ein Ansteigen der Temperaturen, wie in den letzten 150 Jahren zu beobachten, gab es öfter in der jüngeren Klimageschichte, so etwa vor 25.000 und 28.000 Jahren. Die Versessenheit des IPCC auf die letzten 150 Jahre kommt somit einer Entstellung der Wahrheit gleich. Damit wird nur ein Ziel verfolgt: die angebliche Klima-Katastrophe zu beweisen.

Im 20. Jahrhundert stieg die Menge an Kohlendioxid in der Atmosphäre kontinuierlich an. Das vom Menschen verursachte CO 2 wuchs hingegen exponentiell.

Ganz anders die weltweiten Temperaturen: Diese sanken zwischen 1940 und 1975, also just in der Zeitspanne, als die weltweite Industrieproduktion geradezu explodierte. Danach stiegen sie bis 1990 stark an und stagnieren seither – mit Ausnahme des El-Niño-Jahres 1998 – etwa auf demselben Level, obwohl der CO 2 -Ausstoß nach wie vor zunimmt.

Folgen der Kälteperiode

Das gesamte atmosphärische Kohlendioxid, von dem das vom Menschen verursachte CO 2 nur einen Bruchteil ausmacht, ist nicht für die globale Erwärmung verantwortlich. Vielmehr – das ist die eigentliche Sensation am IPCC-Bericht – haben in den letzten 700.000 Jahren die weltweiten Temperaturveränderungen jeweils zu einer Schwankung bei CO 2 -Werten geführt. Dies haben die Wostok-Eiskern-Untersuchungen in der Antarktis deutlich gezeigt. Die Zu- oder Abnahme beim Kohlenstoff folgt den Temperaturschwankungen mit einer zeitlichen Verzögerung von 200 bis 800 Jahren. Der heutige CO 2 -Anstieg könnte also die Folge einer Kälteperiode sein, die vor rund 400 Jahren stattfand. In jener kleinen Eiszeit, die vom 15. bis zum 19. Jahrhundert währte, lagen die Temperaturen im Durchschnitt um etwa ein Grad unter denen in der Zeit von 800 bis 1200 nach Christus. Diese Periode war geprägt von langen, kalten Wintern und niederschlagsreichen, kühlen Sommern. Die Folge waren Hungersnöte infolge geringerer Nahrungsmittelproduktion.

Kohlendioxid ist also nicht verantwortlich für die Erwärmung des Weltklimas in den letzten 150 Jahren. Aber was dann? Zu mehr als 90 Prozent sind Veränderungen im Erde-Sonne-Verhältnis für die Klimaschwankungen verantwortlich. Einerseits sind es die Sonnenaktivitäten selbst, etwa die unlängst entdeckten Magnetpolsprünge, die in 11bzw. 22-Jahres-Zyklen auftreten und Sonnenflecken erzeugen. Bei zunehmender Zahl von Sonnenflecken steigen die globalen Temperaturen. Andererseits wird das Klima durch die Bewegung der Erde um die Sonne bestimmt, die ebenfalls zyklischen Veränderungen unterworfen ist. In der kleinen Eiszeit vor 400 Jahren erreichten die Sonnenaktivität und die Zahl der Sonnenflecken einen Tiefststand, der nach dem Astronomen Edward Walter Maunder als "Maunderminimum" bezeichnet wird.

Droht eine neue Eiszeit?

In den letzten 150 Jahren sind die Temperaturen wieder gestiegen. Allerdings sind Mitglieder der Russischen Akademie der Wissenschaften aufgrund detaillierter mathematischer Untersuchungen aller verfügbarer Klimadaten zu dem Schluss gekommen: Es ist sehr wahrscheinlich, dass in den nächsten 10 bis 15 Jahren eine kleine Eiszeit ausbrechen wird. Dies könnte auch eine Erklärung dafür sein, warum die weltweiten Temperaturen seit fast zehn Jahren die Werte von 1998 nicht mehr überschreiten.

Dass wieder eine Eiszeit kommt, ist unbestreitbar. Die Frage ist nur, wann. Eine große Eiszeit, die regelmäßig etwa alle 100.000 Jahre ausbricht, ist in den nächsten tausenden Jahren eher unwahrscheinlich. Doch ob groß oder klein: Die Folgen einer Eiszeit sind für die Biosphäre und die Menschheit katastrophal. Waren es doch gerade diese dramatischen Katastrophen, die entscheidend waren für die Selektion und Weiterentwicklung von Tier und Mensch. Nur die Anpassungsfähigsten haben diese harten Zeiten überlebt – wenn auch mehr schlecht als recht.

Eine andere spannende neue Theorie über die Erderwärmung konzentriert sich auf Veränderungen bei der Wolkenbildung aufgrund von Schwankungen beim Einfall kosmischer Strahlen. Neben den Zyklen in den Erde-Sonne-Beziehungen könnte uch die Reise des Sonnensystems durch und um die Milchstraße für unser Klima entscheidend sein. Bewegen wir uns durch dichte kosmische Zonen mit hoher Stern- und Supernova-Bildung, ist die kosmische Strahlung, die die Erde trifft, höher. Dadurch kommt es zu stärkerer Wolkenbildung in unserer Atmosphäre und zu einer Abkühlung des Klimas.

Von Zeit zu Zeit kann es auch zu unvorhersehbaren Ereignissen kommen, wie etwa jener Supernova-Explosion im Sternbild der Plejaden vor 2,8 Millionen Jahren – damals in unserer unmittelbaren Umgebung, nämlich 100 bis 400 Lichtjahre entfernt –, die der Auslöser der darauf folgenden Eiszeiten war. Dies beeinflusste unter anderem den Aufstieg der Hominiden als die Überlebenden dieser Katastrophe. Ähnliches passierte vor 560, 300, 140 und 80 Millionen Jahren, als sich das Sonnensystem durch aktive Zonen der Milchstraße bewegte.

Betrachtet man die Klimageschichte unseres Planeten, so ist klar zu erkennen – und durchaus beruhigend bezüglich der Folgen einer etwaigen globalen Erwärmung, wie sie vom IPCC prognostiziert wird –, dass wir uns gegenwärtig (genauer gesagt in den letzten zwei bis drei Millionen Jahren) in einer sehr kalten Klimaperiode befinden. Eine eventuelle Erwärmung würde uns lediglich zum langzeitlichen optimalen Erdklima der letzten 560 Millionen Jahre zurückführen. Damals gab es eine wesentlich höhere Artenvielfalt auf unseren Planeten – mit Ausnahme jener Eiskasten-Periode vor 300 Millionen Jahren, als 70 bis 90 Prozent aller Arten ausgestorben sind.

Sollte sich das Klima erwärmen, hätte dies durchaus positive Auswirkungen. Wie die Klimageschichte der Erde zeigt, waren es stets die kalten Zeiten, die schlecht für den grünen Planeten waren. Allerdings ist, wie gezeigt, die vom IPCC prophezeite deutliche Erwärmung der Erde in den nächsten 100 Jahren eher unwahrscheinlich, zumal die ersten zehn Jahre ohne messbare Temperaturanstiege vergangen sind.

Dennoch gibt es Standardprophezeiungen, die Katastrophenszenarien im Zuge einer globalen Erwärmung voraussagen. Diese lauten in etwa so: "Erwärmt sich das Klima, wird es weltweit Dürren und Wüstenbildung geben." Vor allem am Institut für Klimafolgenforschung in Potsdam wird diese Befürchtung immer wieder geäußert. Tatsächlich träte jedoch das Gegenteil ein. Eine wärmere Atmosphäre nimmt mehr Feuchtigkeit auf, in der Folge gibt es auch mehr Niederschläge. Die Klimageschichte der Erde bestätigt dies, und bisher konnten die Dürrepropheten keinen Beweis dafür erbringen, dass dies nicht so ist.

"Erwärmt sich das Klima, kommt es zu mehr Stürmen." Ganz im Gegenteil: Bei einer globalen Erwärmung sänken die Temperaturunterschiede zwischen den Tropen und den Polen. Gerade wegen dieses geringeren Temperaturdifferenzials gäbe es somit weniger Stürme. Außerdem zeigen die Daten der letzten Jahrzehnte keine Zunahme von Stürmen an. Bei weitem am meisten Wirbelstürme gab es in den 1930er Jahren. Seither ist eine Abnahme feststellbar. Auch historische Daten belegen dies: Ist die Erde eisfrei, ist das Klima besonders mild und regelmäßig, wie die sehr regelmäßigen Sedimentablagerungen und Gesteinsschichten in den Dolomiten verdeutlichen.

"Wegen der Klimaerwärmung schmilzt das Polareis." Tatsache ist: Seit dem Ende der letzten Eiszeit, also seit fast 15.000 Jahren, schmilzt weltweit das Eis. Und es wird weiter schmelzen, solange wir nicht wieder in eine Eiszeit geraten – was eine wirkliche Katastrophe für die Menschheit wäre. Außerdem haben wir den Großteil der Eisschmelze bereits hinter uns. Stellt man sich diese als S-Kurve vor, so wurde deren Ende schon vor Jahrtausenden erreicht. Was jetzt noch folgt, sind Ausläufer der großen Eisschmelze.

Kann man etwas tun?

Kann man gegen den Klimawandel vorsorgen? Wann? Womit? Da wir nicht wissen, ob sich der gegenwärtige Temperaturtrend fortsetzen wird, und da klar ist, dass nicht der CO 2 -Anstieg für die steigenden Temperaturen verantwortlich ist, sondern umgekehrt, und da außerdem die weltweiten Temperaturen zumindest in den letzten zehn Jahren nicht gestiegen sind und möglicherweise eine kleine Eiszeit auf uns zukommt – wie sollen wir dagegen vorsorgen? Noch dazu, wenn alle vorgeschlagenen Maßnahmen gewaltige Kosten verursachen, während die meisten professionellen Wirtschaftsstudien darauf hindeuten, dass es uns in wärmeren Zeiten im Allgemeinen besser geht.

Ist die Umwelt wichtig? Sicher, aber man rettet sie nicht mit sinnlosen Beschwörungsformeln und teuren, aber nutzlosen Maßnahmen gegen Probleme, die so nicht existieren. Die Entwicklung des Weltklimas muss diskutiert werden, und die Skeptiker der Klima-Hysterie sind dazu bereit. Die Frage ist nur, ob die Kyoto-Gläubigen sich dazu überwinden können, endlich das Gespräch mit ihren Kritikern aufzunehmen.

Klaus P. Heiss , geborener Österreicher, lebt als NASA-Raumfahrtexperte, Ökonom und Berater der US-Regierung in Washington, DC.

Printausgabe vom Samstag, 08. September 2007
Online seit: Freitag, 07. September 2007 16:46:00

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