Wiener Zeitung Homepage Neu in der Linkmap:
 
  Wiener Zeitung Homepage Amtsblatt Homepage LinkMap Homepage Wahlen-Portal der Wiener Zeitung Sport-Portal der Wiener Zeitung Spiele-Portal der Wiener Zeitung Dossier-Portal der Wiener Zeitung Abo-Portal der Wiener Zeitung Suche Mail senden AGB, Kontakt und Impressum Benutzer-Hilfe
 Politik  Europa  Kultur  Wirtschaft  Computer  Wissen  extra  Panorama  Wien  Meinung  English  MyAbo 
 Suche Newsletter  Aktuell 
Login


Name/Kennzahl:

Passwort:
Suche in der Wiener Zeitung



Suchbegriff:   

Zur erweiterten Suche

Achtung! Sie sind nicht eingeloggt - die Suche ist auf die letzten 7 Tage eingeschränkt.
 
Schönlaterngasse 13: Widerstand von Denkmalamt und Baupolizei gegen Rohre – Eigentümer will "verschönern"

Bauskandal in City weitet sich aus

Ansichten aus der Schönlaterngasse: Massive Rohre fast auf „Steffl-Höhe“.  Foto: privat

Ansichten aus der Schönlaterngasse: Massive Rohre fast auf „Steffl-Höhe“. Foto: privat

Von Christian Mayr

Aufzählung Zuerst vierfacher Aufbau – nun illegale Lüftungsrohre.
Aufzählung Dubiose Doppelrolle des Architekten: Jetzt
Rücktritt in Behörde.

Wien. Der sagenumwobene Basilisk in der Schönlaterngasse verbreitete im Mittelalter Angst und Schrecken. Ein neuzeitliches "Monster" ganz anderer Art versetzt derzeit die Anwohner einer der ruhigsten Gässchen Wiens in Aufruhr: Seit kurzem wurde auf das Haus Schönlaterngasse 13 eine gewaltige Lüftungsrohr-Konstruktion angebracht, die offensichtlich die Grenzen der Stadtbildverträglichkeit sprengt. Somit ist das nächste Kapitel im City-Bauskandal aufgeschlagen.

Wie die "Wiener Zeitung" mehrfach berichtete, sorgt die Baustelle seit bald zwei Jahren für Ärger und höchst dubiose Vorgänge: Nachdem die Aufstockung um vier Geschoße an sich schon fragwürdig war, wurde in weiterer Folge vom Besitzer der Baubescheid missachtet: Noch bevor Fundamente gestärkt waren, wurde aufgebaut. Die Baupolizei verhängte umgehend einen Baustopp und ließ sogar Teile wieder abtragen. Schließlich musste das Restaurant "Hotel Riviera" behördlich geschlossen werden, weil es aufgrund der Aufstockung keine adäquate Entlüftung mehr gab.

Zu allem Überdruss kamen Zweifel ob der Rechtmäßigkeit der Baugenehmigung auf, da der ausführende Architekt des Projekts – Rudolf Rollwagen – im Berufungsverfahren in der Bauoberbehörde als Kammer-Vertreter das (eigene) Projekt abgesegnet hatte.

"Umplanung ein Muss"

Laut Auskunft von Baubehörde (MA37) und Denkmalamt sind die Rohre jedenfalls nicht genehmigt. "Und sie sind so auch sicher nicht genehmigungsfähig", erklärt Landeskonservatorin Barbara Neubauer. "Wir warten auf einen neuen Vorschlag." Baupolizei-Vize-Chef Otto Krenn schließt sich der Meinung an: "Ich gehe von einem bloßen Provisorium aus. Der Eigentümer wird sich etwas überlegen müssen." Schon für die Bewohner der Dachgeschoße sei die momentane Konstruktion untragbar, meint der Beamte.

Der Hauseigentümer "Dr. Jelitzka + Partner" denkt freilich nicht an eine Änderung: "Das bleibt wie es ist, es ist genauso wie es die Behörde haben möchte", erklärt Daniel Jelitzka. Seinen Angaben zufolge habe die MA19 (Stadtbild) zugestimmt – was die MA37 dementiert. "Das ist falsch. Es bleibt dort, wird noch ummantelt und mit Efeu bepflanzt", so Jelitzka.

Beim Restaurant-Besitzer, der Firma "Lametta", distanziert man sich von dieser Entlüftungs-Variante: "Der Anrainer-Zorn trifft leider uns, aber wir können nichts dafür. Die Röhre hätten nicht sichtbar in einem Lichthof verlegt werden sollen", heißt es. Es sei vertraglich mit dem Hausbesitzer ausgemacht gewesen, dass dieser eine neue Lüftung schaffe, damit das Restaurant wieder in Betrieb gehen könne. "Wenn es jetzt wieder Probleme gibt, werden wir zivilrechtlich klagen müssen."

Auch im 1. Bezirk kündigt sich Widerstand an: "Wir werden alle Mittel ausschöpfen, um das zu verhindern", sagt Welterbe-Beauftragter und Architekt Werner Winterstein (ÖVP). Der geplante Efeu-Bewuchs sei schlicht "ein Witz".

Auch die Rolle von Ex-Kammer-Vize Rollwagen wird immer dubioser: Der "Wiener Zeitung" liegen nun Unterlagen vor, wonach er schon vor dem Bauoberbehörden-Verfahren als Auftragnehmer für das Projekt genannt wird – ergo hätte er sich für befangen erklären müssen. Rollwagen hatte im Oktober zunächst gemeint, gar nicht abgestimmt zu haben; dann revidierte er seine Aussage und erklärte, damals noch nichts von einem Auftrag gewusst zu haben.

Dies verwundert insofern, als sich Jelitzka und Rollwagen ein Büro in der Lehargasse 9 (Mariahilf) teilen und schon öfter zusammengearbeitet haben. Weiters wurde Rollwagen beim Projekt auch zum Prüfingenieur bestellt, obwohl es laut Bauordnung verboten ist, dass Prüfingenieure in einem "Dienstverhältnis" mit dem Bauwerber stehen. Eine Bürogemeinschaft könnte als Dienstverhältnis ausgelegt werden. Peter Krasa, Leiter der Rathaus-Bauoberbehörde, sieht zwar durch die möglicherweise nicht legitime Abstimmung Rollwagens die Baugenehmigung an sich nicht gefährdet ("Die Entscheidung war ja einstimmig!"), erkennt jedoch eine fatale Optik; er erwarte nun Rollwagens Rücktritt in der Bauoberbehörde. Der wurde laut Rathaus-Kreisen am Dienstag auch vollzogen .

Zugleich gab es wegen der Baustellen-Probleme eine Anzeige seitens der MA37 gegen den Prüfingenieur Rollwagen. Dieser gibt sich wortkarg: "Ich habe keine Aussagen mitzuteilen." Zur Anzeige meint er kryptisch: "Das Verfahren ist abgeschlossen, es ist kein Urteil ergangen."



Printausgabe vom Mittwoch, 12. März 2008
Online seit: Dienstag, 11. März 2008 19:08:13


Kommentare zum Artikel:

19.03.2008 02:28:57 suppe statt efeu
da betrachtet man gespannt eine paradeisersuppe und braucht dann ein zivilverfahren fuer die erkenntnis:die suppe ist ja rot!
will suppe essen im hotel rivera-endlichwieder
juergen
Kommentar senden:
Name:

Mail:

Überschrift:

Text (max. 1500 Zeichen):

Postadresse:*
H-DMZN08 Bitte geben sie den Sicherheitscode aus dem grünen Feld hier ein. Der Code besteht aus 6 Zeichen.
Bitte beachten Sie dabei die Groß- und Kleinschreibung!


* Kommentare werden nicht automatisch veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor Kommentare abzulehnen. Wenn Sie eine Veröffentlichung Ihrer Stellungnahme als Leserbrief in der Druckausgabe wünschen, dann bitten wir Sie auch um die Angabe einer nachprüfbaren Postanschrift im Feld Postadresse. Diese Adresse wird online nicht veröffentlicht.

Wiener Zeitung - 1040 Wien · Wiedner Gürtel 10 · Tel. 01/206 99 0 · Impressum · AGB