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Kreditkarten-Tauschaktion auch in Österreich

Aus Angst vor Datenmissbrauch wurden auch in Österreich Kreditkarten ausgetauscht.

Aus Angst vor Datenmissbrauch wurden auch in Österreich Kreditkarten ausgetauscht. (© Roessler/dpa/apa)

Von WZ Online/APA

Der Austausch von Kreditkarten wegen eines kriminellen Datenangriffs in Spanien nimmt immer größere Dimensionen an. Ein Sprecher der Kreditkartenorganisation Visa bestätigte Medienberichte, dass nun auch Banken in Österreich, Finnland und Schweden damit begonnen hätten, Karten zu tauschen. Unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen wollte er aber keine weiteren Einzelheiten nennen.

Aus der Rückkoppelung mit den deutschen Instituten wisse Visa, dass es nur in sehr wenigen Fällen zu Schäden gekommen sei. Die deutschen Banken und Sparkassen haben in den vergangenen Wochen Hunderttausende Karten aus Sicherheitsgründen ausgetauscht.

Nach Angaben des Zentralen Kreditausschusses (ZKA) ist der Kreditkarten-Austausch hierzulande bereits weitgehend abgeschlossen. Die bisher größte Aktion dieser Art war angelaufen, nachdem Kundendaten gestohlen wurden - vermutlich bei einem spanischen Abrechnungsdienstleister. Mit den Daten hat es Kunden zufolge zumindest Betrugsversuche gegeben. Dem ZKA und dem Bundeskriminalamt sind bisher aber nach eigenen Angaben noch keine Schäden bekannt.

Die deutsche Kreditwirtschaft habe auf die Warnmeldungen von Visa und Mastercard am 4. November umgehend reagiert, berichtete der Kreditausschuss am Donnerstag. Die Bankkunden seien daraufhin sofort informiert worden. Die Organisation wies damit Vorwürfe von Verbraucherschützern zurück, die Kunden nicht umfassend aufgeklärt zu haben.

"Wer als Kunde in den kommenden Tagen kein Schreiben mehr erhält, ist auch nicht betroffen", sagte ZKA-Sprecherin Melanie Schmergal. Die Verbraucher sollten sich nicht sorgen, weil Schäden in jedem Fall übernommen würden. Die Kunden haften dafür nicht. Bis zum Eintreffen der neuen Karten können die alten weiterbenutzt werden. Alle Banken und Sparkassen hätten die Überwachung der betroffenen Karten deutlich verschärft, so dass eventueller Missbrauch eingeschränkt werde. Die Banken kostet die Umtauschaktion pro Karte zwischen 5 bis 10 Euro.

Die Kreditkartenunternehmen verweigern weiterhin genauere Informationen zu dem Datenleck. "Wir wollen unsere laufenden Ermittlungen nicht gefährden", sagte auch Mastercard-Sprecher Thorsten Klein.

Die deutschen Banken verlangten unterdessen von den Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard eine finanzielle Beteiligung an den Schäden, die durch den Sicherheitsskandal entstanden sind. Außerdem kritisierten die Institute die mangelhafte Kommunikationspolitik beider Unternehmen in den vergangenen Tagen.

Freitag, 20. November 2009 13:27:00
Update: Freitag, 20. November 2009 13:47:00

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