UNO fordert Freilassung von Flüchtlingen in Sri Lanka

130.000 Tamilen werden in Camps festgehalten.
Colombo/Wien. (klh/apa) Eingesperrt hinter Stacheldraht harren sie in Flüchtlingslagern aus: Etwa 130.000 Angehörige der tamilischen Minderheit dürfen in Sri Lanka auch ein halbes Jahr nach dem Ende des Bürgerkriegs die Camps nicht verlassen.
Die UNO hat deshalb nun ihren Druck auf Sri Lanka erhöht, die Flüchtlinge freizulassen: Der Beauftragte für humanitäre Fragen, John Holmes, bezeichnete das Schicksal der Flüchtlinge bei einem Besuch in Sri Lanka als eine der "Hauptsorgen" der UNO.
Gleichzeitig gestand Holmes der Regierung in Colombo "ermutigende Fortschritte" zu. So sei die Zahl der Flüchtlinge bereits gesunken, im Mai wären es noch 300.000 gewesen.
Die Lager befinden sich im Norden des Landes, bei den eingepferchten Tamilen handelt es sich um Vertriebene des Bürgerkriegs. In einer von beiden Seiten brutal geführten Schlacht besiegte die Armee vor einem halben Jahr die Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam. Diese hatten für einen eigenen Staat der tamilischen, hinduistischen Minderheit in dem mehrheitlich von buddhistischen Singhalesen bewohnten Land gekämpft.
Die Regierung begründet die verzögerte Rückkehr vieler Vertriebener damit, dass einige Gebiete noch vermint oder zerstört seien. Beobachter warnen aber, dass die Gefahr erneuter scharfer Spannungen mit jedem Tag wächst, an dem die tamilischen Flüchtlinge festgehalten werden.
Printausgabe vom Samstag, 21. November 2009
Online seit: Freitag, 20. November 2009 16:56:28
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