In der Opposition bahnt sich Kampf um künftigen Spitzenkandidaten an
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Nichi Vendola (rechts), fordert den Chef der Demokratischen Partei, Pier Luigi Bersani, heraus. Foto: epa, reuters
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Apuliens Regionalpräsident Nichi Vendola will bei Vorwahlen antreten.
Wien/Rom. (rm) Während das italienische Regierungslager in heftige Streitereien verstrickt ist und Silvio Berlusconis Beliebtheitswerte ihren Tiefpunkt erreicht haben, bahnt sich auch im Lager der oppositionellen Demokratischen Partei (PD) ein neuer Machtkampf an. Nichi Vendola, der Regionalpräsident von Apulien, hat sich selbst als Kandidat für die Vorwahlen um das Amt des PD-Spitzenkandidaten ins Rennen gebracht.
Vendola hatte zuvor bereits die parteiinternen Vorwahlen für das Amt des Regionalpräsidenten gegen den vom Partei-Establishment unterstützten Kandidaten Rocco Palese deutlich gewonnen und war bei den Wahlen im März 2010 in seinem Amt bestätigt worden.
PD-Parteichef Pier Luigi Bersani, der selbst erst im Oktober 2009 in einer Urwahl in diese Funktion gekommen war, wurde durch den Schritt Vendolas auf dem falschen Fuß erwischt. Angesichts der Zerfallserscheinungen im Regierungslager strebt Bersani ein Bündnis mit der ebenfalls oppositionellen christdemokratischen UDC des früheren Kammerpräsidenten Pier Ferdinando Casini an und in diesem Lager wünscht man sich überhaupt keine Vorwahlen für die Spitzenkandidatur. Auch bei anderen prominenten PD-Politikern stößt die Idee von Vorwahlen derzeit eher auf Ablehnung und betretene Gesichter.
Eine am Mittwoch von der Zeitung "la Repubblica" veröffentlichte Umfrage zeigt Vendola bei den Wählern des Mitte Links-Lagers in Front. 51 Prozent würden ihn in Vorwahlen unterstützen, 49 Prozent Parteichef Bersani. 49 Prozent trauen Vendola auch zu, Berlusconi bei Parlamentswahlen zu schlagen, jedoch nur 31 Prozent glauben das von Bersani. Bersani genießt zwar höheres Vertrauen bei den Wählern des Mitte- Links-Lagers – 77 Prozent gegenüber 63 für Vendola –, sein parteiinterner Herausforderer wird aber als moderner angesehen und spricht die emotionelle Seite der Wähler besser an.
Printausgabe vom Donnerstag, 29. Juli 2010
Online seit: Mittwoch, 28. Juli 2010 19:16:00
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