Auch Nikotin-Reste erregen Krebs

Rauch aus dritter Hand: Krebserreger über Luftkontakt.
Washington. Rauchverbote schützen Nichtraucher vor den Gefahren des Passivrauchens. Viele Kinder atmen jedoch im eigenen Zuhause täglich den Tabakrauch ihrer Eltern ein. Wissenschafter bezeichnen das als Second Hand Smoke - Rauch aus zweiter Hand. Doch sie warnen bereits seit einigen Jahren vor dem Third Hand Smoke. Dabei handelt es sich um giftige Nikotinablagerungen in Kleidung und auf Oberflächen, die vor allem Kleinkinder gefährden können.
Forscher um Hugo Destaillats vom Lawrence Berkeley National Laboratory in Berkeley im US-Bundesstaat Kalifornien legen im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" neue Indizien dafür vor, wie gefährlich diese Ablagerungen sein können. Sie warnen, dass das Nikotin mit bestimmten Luftbestandteilen reagiert und dabei sogenannte Nitrosamine entstehen. Einige dieser Substanzen gelten als krebserregend.
Die Forscher hatten im Labor ein Zellulose-Substrat in nikotinhaltigen Wasserdampf gehalten und anschließend salpetriger Säure ausgesetzt. Das ist ein Luftschadstoff, der auch in geschlossenen Räumen auftritt. Die Tabakrückstände regierten mit der Säure und bildeten die problematischen Nitrosamine.
Nitrosamine zersetzen sich nur langsam
Weiters analysierten sie die Innenausstattung von Lastwagen, in denen regelmäßig geraucht wurde. Auch hier entdeckten sie die Reaktionsprodukte. Einige Nitrosamine lösen bei Tieren Mutationen aus und gelten als krebserregend. Zudem sind sie langlebig: Zwei Stunden, nachdem in einem geschlossenen Raum geraucht wurde, hatten sich die Nitrosamine erst zur Hälfte abgebaut. Die Schadstoffe lagerten sich auf Oberflächen ab, auf Kleidern und der Haut. Sie können über Nahrung, über die Atmung und über die Haut in den Körper gelangen.
Printausgabe vom Mittwoch, 10. Februar 2010
Online seit: Dienstag, 09. Februar 2010 17:45:11
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