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Gastkommentar von Wolfgang Freisleben

Angriffskrieg oder Landraub?

Bis heute wird in Europa die Mär verbreitet, der Sechstagekrieg Israels gegen Ägypten, Jordanien und Syrien vom 5. bis 10. Juni 1967 wäre von den Arabern begonnen worden. Doch in Israel und Europa wird in diesen Tagen nicht triumphiert, sondern von empörten jüdischen Friedensbewegungen protestiert und marschiert: gegen die nunmehr 40jährige Besatzung des palästinensischen Landes durch israelische Truppen und den völkerrechtswidrigen Landraub im Westjordanland und in Ost-Jerusalem durch illegale Besatzungs-Siedler.

350.000 Menschen waren 1967 über staubige Straßen zu Fuß wie Vieh in die Nachbarländer getrieben, tausende massakriert, ganze Dörfer weggesprengt worden. Die verbliebenen 4,1 Millionen Palästinenser wurden durch die jahrzehntelange ökonomische und militärische Strangulierung in tiefste Armut gezwungen.

Auch die Behauptungen über eine Bedrohung seitens der Araber waren ebenso frei erfunden wie 1948, als die jüdischen Terrororganisationen mit Waffengewalt und Massakern bereits 750.000 Menschen aus ihrem Land vertrieben hatten. Dies haben die früheren Staatsführer Ezer Weizmann, Yitzhak Rabin und Menachem Begin öffentlich ebenso bestätigt wie der damalige US-Präsident Johnson in seinen Memoiren.

Dieser weigerte sich allerdings, Kriegsverbrechen gegen US-Soldaten zu ahnden. Israelische Kampfflugzeuge und Torpedoboote hatten nämlich am 8. Juni 1967 das amerikanische Spionageschiff USS Liberty, das den Kriegsbeginn vor der Küste des Sinai verfolgte, in internationalen Gewässern stundenlang zu versenken versucht, um die Wahrheitsfindung zu verhindern, die Untat Ägypten in die Schuhe schieben und die USA zur Bombardierung Kairos mit Atombomben veranlassen zu können. Bis heute wird den Überlebenden und den Hinterbliebenen der 34 getöteten US-Soldaten eine offizielle Untersuchung verwehrt – dank der Macht der Israel-Lobby in Washington.

Der israelische Angriffskrieg war jahrelang vom Auslandsgeheimdienst Mossad vorbereitet worden, der auf jedem ägyptischen Flughafen und in jeder militärischen Befehlszentrale über Agenten oder bestochene Informanten verfügte. Durch deren Informationen war es möglich, dass 200 modernste Kampfflugzeuge im Überraschungsangriff am Morgen des 5. Juni 1967, als die Rollfelder gerade mit Tanklastwagen und Munitionstransportern blockiert waren, die ersten 6 ägyptischen Militärflughäfen in ein Flammeninferno verwandeln, mehr als 200 Jagdflugzeuge und 16 Radarstationen vernichteten und so die Lufthoheit im Nahen Osten erbomben konnten. Zwei Stunden später folgte die nächste Angriffswelle. Gleichzeitig wurde der Großteil der syrischen Luftwaffe noch auf dem Boden zerstört. Am Nachmittag waren die jordanischen Flugzeuge an der Reihe. Dann vollendeten die überlegenen israelischen Panzerdivisionen die blutige Eroberung. Nur der Sinai wurde bisher zurückgegeben.

Wolfgang Freisleben ist Autor des Buches "Das Tor zur Hölle. Israels Gewaltpolitik im Kolonialkrieg um Palästina".



Printausgabe vom Mittwoch, 06. Juni 2007
Online seit: Dienstag, 05. Juni 2007 18:29:00


Kommentare zum Artikel:

13.06.2007 22:49:14 Wer die Wahrheit spricht...
und zwar die brutale Wahrheit dem hört man nicht gern zu. Vor allem wenn man auf der anderen seite steht. Würde man auf keiner Seite stehen und einfach Fakten für sich sprechen lassen, gäbe es keine Möglichkeit das geschriebene zu leugnen-denn Fakten sind Fakten. Dort lebten einmal Plästinenser wo jetzt "Israelis" leben, dies war nur mit tatkräftiger Hilfe der Briten und Amerikaner möglich.

Herr Freisleben, ihnen hört man wenigstens zu mir als Iraner - der mit der iranischen Regierung nichts gemein hat - wird sobald ich mich öffentlich kritisch äußer Fundametalist hinterher gerufen und meinen deutschen Freunden Antisemit. Ich frage mich oft, wie es sein kann das es so viele nichts sehen, selbst Fakten nicht Augen sehen lassen.

Mfg

K.Hafezi
Hafezi
13.06.2007 10:22:10 man könnte noch anmerken,
daß es _nicht_ Israel war, das drohte, Menschen " ins Meer zu treiben " ..
pit
07.06.2007 17:29:03 Extrem einseitig
Israel einseitig alle Schuld in die Schuhe schieben zu wollen zeigt ihre Vorurteile !

Gerhard W.
06.06.2007 11:58:50 Goldene Zwanziger-Jahre
"Angelockt von vagen britischen Versprechungen strömen ... Massen jüdischer Siedler nach Palästina - und Abertausende dort ansässige Araber werden buchstäblich über Nacht heimatlos. ... Ein Krisenherd ersten Ranges ist im Entstehen."

1924 "Ein besonders krasser Fall hat sich in der Nähe von Haifa zugetragen. Die mit Geldmitteln aus Amerika reichlich unterstützte 'Jewish Agency' erwarb dort den Grundbesitz eines in Beirut ansässigen Christen namens Sursuk; ein ganzes großes Tal, eines der fruchtbarsten Palästinas, zusammen mit all seinen Dörfern. Die Juden zahlten 726.000 englische Pfund. Die Verlierer waren die Einwohner - über 8000 Bauern wurden von der Erde vertrieben, die nach ihrer Vorstellung seit Jahrhunderten ihr Eigentum war."

JAWOHL, Postende, "Lernen Sie Geschichte!"
Leser alter Zeitungen
06.06.2007 11:59:27 Goldene Zwanziger-Jahre
"Angelockt von vagen britischen Versprechungen strömen ... Massen jüdischer Siedler nach Palästina - und Abertausende dort ansässige Araber werden buchstäblich über Nacht heimatlos. ... Ein Krisenherd ersten Ranges ist im Entstehen."

1924 "Ein besonders krasser Fall hat sich in der Nähe von Haifa zugetragen. Die mit Geldmitteln aus Amerika reichlich unterstützte 'Jewish Agency' erwarb dort den Grundbesitz eines in Beirut ansässigen Christen namens Sursuk; ein ganzes großes Tal, eines der fruchtbarsten Palästinas, zusammen mit all seinen Dörfern. Die Juden zahlten 726.000 englische Pfund. Die Verlierer waren die Einwohner - über 8000 Bauern wurden von der Erde vertrieben, die nach ihrer Vorstellung seit Jahrhunderten ihr Eigentum war."

JAWOHL, Postende, "Lernen Sie Geschichte!"
Leser alter Zeitungen
06.06.2007 10:36:00 Realitätsverweigerung
Der Beitrag von Wolfgang Freisleben richtet sich selbst. Ein wenig kritisches Studium der historischen Fakten hätte ihn wohl von diesen historisch völlig unhaltbaren Auslassungen abhalten können. Er scheint aber nur Quellen zu benutzen, die sein Weltbild stützen, was man wohl am Besten als Realitätsverweigerung einstufen könnte. Einer Qualitätszeitung steht die Veröffentlichung solcher Hasstiraden wohl nicht an, auch wenn sie als Reaktion auf die Angriffe der Linken gegen Chefredakteur Unterberger erfolgt sein sollte. Ihr fehlt einfach das intellektuelle Niveau.
Wenger Rupert
06.06.2007 00:45:57 Besatzungs-Siedler
Es stimmt traurig, derart tendenziöse antisemitische Propaganda in einer seriösen Zeitung zu lesen. Der böse Mossad, die böse Israel-Lobby und ähnliche Beschreibungen sind bereits zu abgenützt, um noch ernst genommen werden zu können.

Das Recht auf freie Meinung in Ehren: Aber wem ist mit eklatanter antisemitischer Propaganda geholfen? Den Palästinensern? Wohl kaum. Hier wäre es wohl auch sinnlos, mit Kreisky zu raten, "Lernen Sie Geschichte".
M. Schreiber
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