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Gastkommentar von Fritz Edlinger

Die Fortführung des Islam-Bashings

Man sollte annehmen, dass man an den österreichischen Universitäten Besseres vermittelt bekommt, als Konflikte mit Mitteln der Gewalt zu lösen. Anders kann ich leider das schreiberische und sonstige Engagement von Stefan Grigat nicht interpretieren.

Sein Gastkommentar "Gemäßigter Islamismus?" in der "Wiener Zeitung" vom 22. April stellt wieder einmal ein Lehrbeispiel dafür dar, worum es eigentlich geht: um die Fortführung eines heute leider sehr weit verbreiteten Islam-Bashings mit dem Ziel, die seit Jahrzehnten von Israel betriebene Politik der ethnischen Säuberung und des Landraubes als legitimes Mittel der existentiellen Selbstverteidigung hinstellen zu können.

Mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten von Ayatollah Khomeini und mit Hinweisen auf die Verbrechen der Taliban wird da ein Popanz aufgebaut, auf den man mit allen zur Verfügung stehen Mitteln einschlagen kann. Dass die Wirklichkeit um einiges komplizierter und widersprüchlicher ist, wird unter den Tisch fallen gelassen, es würde nämlich die Argumentation stören. Dass beispielsweise die iranische Revolution sehr wohl auch eine Reaktion auf die Diktatur des Schah und auch auf die Eliminierung der iranischen Demokratie war und dass die Taliban eine Kreation der CIA mit Hilfe des pakistanischen Geheimdienstes sind, übergeht man im Übereifer einer letzten Endes neokonservativen Argumentation.

Dass diese Politik in den vergangenen sieben Jahren die ohnedies bereits äußerst problematische Situation im Nahen Osten in einem unvorstellbaren Ausmaß weiter verschärft, die Lebensgrundlagen ganzer Völker vernichtet, Millionen Todesopfer gefordert und viele Millionen aus ihrer Heimat vertrieben hat, sind halt Kollateralschäden der "Demokratisierung" und der Gestaltung eines "Neuen Nahen Ostens".

Dass die Verbrechen des islamistischen Terrors für die neokonservativen Ideologen in der US-Administration einen geeigneten Vorwand geliefert haben, ihre Politik der Weltherrschaft rücksichtslos in die Tat umzusetzen, ist inzwischen eine relativ weit verbreitete Einsicht. Und es war purer Zynismus, als Israels damaliger Premier Ariel Sharon nach dem 11. September 2001 den USA den Rat gegeben hat, nun endlich auch jene aggressive und völkerrechtswidrige Politik zu praktizieren, welche Israel bereits seit Jahrzehnten gegen die Palästinenser und andere arabische Nachbarn anwendet.

Wie bereits erwähnt, sind "Analysen" wie jene Grigats sicherlich nicht dazu geeignet, die wirklichen Hintergründe und Probleme der Konflikte im Nahen und Fernen Osten zu erkennen, geschweige denn zu lösen. Sie stellen vielmehr eine argumentative Schützenhilfe für eine Fortführung einer Politik dar, welche über die Völker des Orient unvorstellbares Leid und die gesamte Welt an den Rand eines globalen militärischen Konfliktes gebracht hat.

Fritz Edlinger ist Generalsekretär der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen.

gastkommentar@wienerzeitung.at

Printausgabe vom Dienstag, 29. April 2008
Online seit: Montag, 28. April 2008 16:17:18


Kommentare zum Artikel:

31.07.2008 15:06:48 Islam-bashing?
Herr Edlinger kann natürlich seine Meinung frei äußern und sogar jede Menge Unsinn erzählen. Was mich ärgert, ist die Tatsache, dass der Autor fern jeder Logik argumentiert. Mögen die Fakten auch richtig sein, so stellt sich die Frage nach dem Sinn. Sogar wenn die Taliban von den USA als Festlanddegen gegen die Sowjetunion aufgebaut wurden, so ändert dies doch nichts an der Tatsache, dass sie eine terroristische Verbrecherbande sind. Auch ich habe die Demokratiedefizite der Schahherrschaft kritisiert. Dies kann und darf mich hindern, die Nachfolger ebenfalls einer Kritik zu unterziehen.
Seine Äußerungen zu Israel und ethnischen Säuberungen sind so unanständig, dass ich hier keine Aussagen machen kann, ohne die Fassung zu verlieren.
schärf
27.05.2008 22:14:55 zu den Negativen Kommentaren
Schon in der Bibel waren die Juden beim Auszug aus Ägypten durchs Meer, wo sie auftauchten bis zu ihrem neuen Land im Krieg auch wie sie ansässig waren, bis Heute.
Nur über den Arabischen Staat dem Eigentümer zu bestimmen finde ich extrem.
Dadurch sind die Palästinenser auch im Krieg, wollen ihr Land das 1947 auch von der USA beschlagnahmt wurde zurück.
Die 33 Stimmen der Staaten die großspurig den Juden ein fremdes Land gaben, daß ist schon eine Sauerei, könnten jetzt die Juden in Frieden aufnehmen.
Lasst Taten Sprechen!
Die USA könnte ihnen einen Landteil als israelischen Staat abtreten. Ein friedliches Israel wäre dann da.
Podhorsky Wolfgang
03.05.2008 08:17:32 Islam-Bashing ? Die Dämonisierung..
..die Hauptpropaganda unter tatkräftiger Hilfe Linker wie Rechter Europas geht doch gegen die USA und ISRAEL -- das Hauptziel der Vernichtungswünsche der Neofaschisten und der Islamisten. Auch von unseren guten Ausländerfeinden und Naziprolls hab ich früher nie ein Wort gegen den Islam gehört - incl. unserer christlichen Religionslehrer,"kommunistischen" Einflussnehmer usw. sind wir völlig naiv in den 60er/70/80/90er Jahren aufgewachsen..- Die Realität ist aber weit schlimmer,als das ein unterdrückter FITNA-Film oder das ganze Terrorismus-Gerede darstellen darf oder kann: Die antisemitische Weltverschwörungshetze wuchs mit Beginn der 20er Jahre in den Koran-Islam ein, noch bevor die Herren Polit-islamisten ihr Idol Hitler kontaktierten. Die Mutter aller Islamfaschisten, die Verherrlicherin der "Todesindudtrie" ist nun fast in jeder mitteleuropäischen Stadt,- die internationale Moslembruderschaft, spielt den Verhandlung- oder Beratungspartner./In unserer Nachbarstadt wurden gerade mehrere Doppelmitgliedschaften von Islamisten/Grauen Wölfen in demokratischen Parteien aufgedeckt...Auch kenn ich einen Iraner, der aus dem Atombombenprogramm weggelaufen ist: Er sagt, vonwg. die CIA,- es sind immer dieselben mächtigen islamischen Clans ...
achim
02.05.2008 21:25:50 Verständnisvoll
Wenn man Israel Ghettoisierung vorwirft, muss man sich die Frage gefallen lassen, weshalb die führenden palästinensischen Organisationen so sehr darauf bestehen, dass ihre Bevölkerung nach Jahrzehnten immer noch in sogenannten Flüchtlingslagern lebt und keine eigene Wirtschaft entwickeln darf.
Ist es nicht so, dass diese angeblich humanitären Probleme nur vorgetäuscht werden, um jährlich etliche hundert Millionen ausländischer Unterstützung zu erzielen?
Mitras
01.05.2008 20:25:35 Die Gewaltspirale
Dieses Buch von Karin Kneissl haben offensichtlich all jene nicht gelesen, die hier Herrn Edlinger kritisieren. Fakt ist, dass Israel ein Apartheidpolitik ähnlich der derjenigen in früheren politischen Verhältnissen Südafrikas betreibt: Ghettoisierung der Palästinenser in wirtschaftlich nicht lebensfähigen Inselbereichen, Radikalisierung der Jugend durch evidente bürokratische Schikanen bei den Checkpoints, gezielter Beschuss der Wassertanks der Palis,....
Georg Lechner
29.04.2008 17:30:15 also wirklich
Ich finde es zunächst mehr als unangebracht, Israel mit seinem 20%igen und schnell wachsenden arabischen Bevölkerungsanteil der 'ethnischen Säuberungen' zu bezichtigen. Nein, ich korrigiere: ich finde das völlig inakzeptabel und angesichts des seit 60 Jahren nur am erbitterten Widerstand der Israelis scheiternden versuchten GENOZID von seitens der islamischen Nachbarn an den Israelis geradezu kriminell ... uninformiert.
Aber gut, Meinungen wie die Edlingers muss es wohl auch geben.
Was dem Fass aber den Boden ausschlägt, ist die bodenlose Frechheit, mit der der Artikel Israel unterschwellig die Alleinschuld für das Scheitern der gesamten islamischen Zivilisation vorwirft. Die islamische Ziviklisation hat im Laufe der Geschichte nicht den geringsten Beitrag zum menschlichen Streben nach Wissen geleistet und im Gegenzug plünderte sie und plündert heute noch die Ressourcen der restlichen Welt. Die islamische Kultur ist eine Kultur des Schmarotzertums und der Planet sollte wirklich bald deislamifiziert werden wenn auch nur die geringste Hoffnung auf eine Verhinderung eines wirklich monumentalen und ALLES bisherige völlig in den Schatten stellenden Konflikts bewahrt werden will.
Albatros
29.04.2008 15:32:49 Ohje
Meine Güte, jetzt dürfen sogar schon Nazis hier Gastkommentare veröffentlichen:-(
Antifaschist
29.04.2008 15:39:14 Gastkommentar Edlinger
Der Kommentar des Herrn Edlinger erfordert drei Anmerkungen.
Den Staat Israel mit ethnischen Säuberungen in einem Satz in Verbindung zu bringen, ist eine üble Propaganda, die jedem anständigen Demokraten den Atem verschlagen läßt.
Zu billig ist der Vorwurf des Islam-bashing. Eine Religion, die Christen und Juden als minderwertigen Menschen einen zweitklassigen Status zubilligt, die richtige Ungläubige und Glaubensabtrünnige mit dem Tod droht und die zwingend für "Ehebrecher" die Steinigung vorsieht, kann nicht mit der Toleranz freiheitsliebender Menschen rechnen.
Die Außenpolitik der USA folgt der Devise: "Der Feind meines Feindes ist mein Freund." Zu spät bemerkten die US-amerikanischen Regierungen, dass der Hauptfeind der Freiheit nicht mehr der Kommunismus, sondern der Islam ist.
Schärf
29.04.2008 14:22:36 Wie steht es mit den Zitaten...
... des geschätzten Ayatollah Khomeini?
Könnte Herr Edlinger bitte aufklären, in welchem Zusammenhang das folgende Zitat richtig verstanden werden könnte?

“Wir werden unsere Revolution in die ganze Welt hinaustragen. Der Kampf wird solange anhalten, bis der Ruf ‚Es gibt keinen Gott außer Allah!‘ und ‚Mohammad ist der Prophet Gottes!‘ in der ganzen Welt erschallt.”

Wann werden die Zeitungen solche Kommentare nicht mehr nötig haben?

http://www.pi-news.net/
Martin Eischweller
29.04.2008 12:05:20 Ich fass es nicht...
"...die seit Jahrzehnten von Israel betriebene Politik der ethnischen Säuberung..."

Je weiter man links driftet umso schneller kommt man rechts wieder raus...
Das wäre dann wohl in der Weltgeschichte die erste “ethnische Säuberung”, bei der sich die vermeintlichen Opfer rasant vermehrt haben. (Um das 8fache)
Was für ein Dhimmi!
Jean Fairtique
29.04.2008 10:57:26 Relativismus
Kritik an einer Religion, die laut Aussagen ihrer Anführer einen Weltmachtsanspruch hat und diesen Anspruch mit Gewalt und Fertilität umzusetzen versucht, ist kein Islam-Bashing. Und wer Fanatiker wie die Taliban oder Ayatollah verteidigt bzw. deren Taten relativiert, weil natürlich der CIA dran schuld ist, der sollte sich ernsthaft überlegen, ob wir nicht ein Problem mit Islamophilie und nicht mit Islam-Bashing haben.

http://www.stopislam.info
schwejk
29.04.2008 10:57:24 Ansichtssache
"Fritz Edlinger ist sicherlich KEIN Idiot!"

Die gegenteilige Ausage wäre wohl eine Beleidigung.

Wobei ich allerdings nicht weiss, welche Aussage für den Herrn Edlinger schlussendlich schlimmer ist. Mit der Lezteren hätte er wenigstens noch eine passable Entschuldigung für seine merkwürdigen Elaborate.
Peter Schwab
29.04.2008 09:52:34 Es würde genügen,
dem Islam genau das Maß an Toleranz entgegenzubringen, wie das in islamisch dominierte Länder anderen Religionen gegenüber geschieht.
Horst Reingrabner
29.04.2008 07:32:56 selten so einen nonsens gelesen
Lieber Herr Edlinger!
Wo leben Sie? Aha, in Wien, gut gesichert..., und sie sollen ein Islam- und Nahostexperte sein? Aha,aha.. ihr Text zeigt üble Propaganda, herausgerissene Argumentationsfetzen, Missachtung aller poltitischen Grundlagen...und da werfen sie Grigat Gewaltverherrlichung und mangelnde Objektivität vor? Sie sind um nichts besser, eher noch (intellektuell) schwächer in ihren Aussagen...". Lernen Sie Geschichte", würde ihnen Kriesky sagen...
IKEL
29.04.2008 01:13:26 Einseitig
In dem Bewusstsein, dass diese Meinung von der Wiener Zeitung nicht veröffentlicht werden darf, schreibe ich sie trotzdem.

Herr Fritz Edlinger reiht sich, wie immer vorlaut, unter jene, die mit Absicht den Islamismus mit Islam gleichsetzen, um Verbrechen und Terrorismus mit religiösen Motiven schönzureden. Thesen wie die Kreation der Taliban durch die CIA und das übliche Verurteilen des "urbösen" Israel und der "urbösen" USA sind aus dem linken Rand zu bekannt, um ernst genommen zu werden.

Was Herr Edlinger selbstredend verschweigt, ist die aktive Unterstützung von Terroristen, durch seinen Verein. Mit schöner Regelmäßigkeit werden größere Summen für Terrorgruppen wie die Hamas etc. aufgebracht, wohl wissend, dass die damit angeschafften Waffen nur weitere Tote hervorrufen.

Doch richtig: in Österreich herrscht Meinungsfreiheit.
Mitras
28.04.2008 22:51:54 Ihr Kommentar
"Politik der Weltherrschaft"?

Wo bleibt Ihre Objektivität, soll dies etwa eine Analyse sein? Oder geht es hier um die Fortführung eines heute leider sehr weit verbreiteten USA-Bashings? Ihr Kommentar ist leider nicht um viel besser, als derjenige, den sie kritisiert haben (mit Ausnahme Ihrer richtigen Erwähnung der Diktatur des Schahs).

Und für die "Millionen Todesopfer" wäre vielleicht eine Statistik aus einer zuverlässigen Quelle angebracht?


Mit Gruß
Martin
28.04.2008 20:48:22 Welch ein atemberaubender Schwachsinn!
Ein uninformierter Leser des Artikels, könnte dieser Tage doch glatt glauben. Dass die Österreicher -wenn sie nicht gerade junge Frauen und kleine Mädchen in Kellerverliesen einsperren- mit Vorliebe antisemitischen Schmutz im Internet verbreiten!

Sie sollten sich was schämen Herr Fritz Edlinger. Sich so unreflektiert vor den Karren der islamistischen Halbmond-Züglern, spannen zu lassen.

j3s
j3s
28.04.2008 20:21:36 Differenzierte Haltung
Herr Edlinger ist in einem Punkt beizupflichten: Undifferenziertes Islam-Bashing ist heute leider weit verbreitet und einer angeblich aufgeklärten Gesellschaft unwürdig.
Damit endet die Übereinstimmung aber auch schon wieder, denn anstatt sich nun differenziert mit dem Islam auseinanderzusetzen holt Edlinger zum Gegenschlag aus und gibt den USA und Israel an allem die Schuld. Zur Erinnerung: US-Bashing ist auch nicht sachlicher und auch nicht besonders originell.
Es gibt sie aber, die Stimmen die sich zwischen Euphorie und blindem Hass differenziert (und durchaus kritisch) mit dem Islam auseinander setzen. Und diese sachlichsten der Islamkritiker (im konstruktiven Sinn) sind erstaunlicher Weise oft selbst Moslems - die damit Euphorikern wie Hetzern gleichermaßen den Wind aus den Segeln nehmen würden - wenn man ihnen zuhören würde.
Markus Theiner
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