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Nationalratswahl 2006: Vom Wahlbeschluss bis zu den ErgebnissenPrint this

Der Bursch vom rechten Rand

Aufzählung Heinz-Christian Straches Populismus hat die FPÖ gerettet.
Aufzählung Zahntechniker ohne Ambitionen auf Regierungsamt.

Wien. (kats) Dem FPÖ-Spitzenkandidaten Heinz-Christian Strache dürfe man "ganz offiziell Nähe zum nationalsozialistischen Gedankengut nachsagen". Der Grünen-Chef Alexander Van der Bellen wurde in den vergangenen Wochen nicht müde, immer wieder ein Urteil des Wiener Oberlandesgerichts aus dem Jahr 2004 in Bezug auf seinen blauen Konkurrenten zu strapazieren.

Schon mit 21 Jahren ging der 1969 in Wien geborene Zahntechniker Strache als Bezirksrat zur FPÖ, später war er Wiener Landes- und stellvertretender Bundesparteiobmann. Mit der Abspaltung des BZÖ kam Straches großer Tag: Als neuer Bundeschef der Rumpf-Blauen ab April 2005 konnte er die FPÖ nicht nur vor dem sicher scheinenden Niedergang retten, sondern auch zu neuen Höhen treiben. Bei der Wien-Wahl im Oktober 2005 verzeichnete die FPÖ Dank Straches radikalem Kurs – eine Mischung aus linkem Sozialpopulismus und rechten "Ausländer raus"-Sprüchen – ein herausragendes Ergebnis von fast 15 Prozent.

Bei Anhängern der alten FPÖ erfreut sich der ehemalige Haider-Fan mit den wasserblauen Augen größter Beliebtheit. Seine rhetorisch perfektionierten Reden, gespickt mit Slogans wie "Heimatrecht ist Menschenrecht" und "Österreich zuerst", haben in diesem Wahlkampf wie auch im Oktober 2005 in Wien die Zuhörer zu tosendem Applaus veranlasst – und der FPÖ im Gegensatz zu den abtrünnigen Orangen eine starke Rolle in der Opposition eingefahren. Denn in die Regierung will Strache selbst ja nicht unbedingt – auch wenn er diese Ansicht im Laufe des Wahlkampfes schon des öfteren relativiert hat.

Privat hatte die Haider-Kopie, wie er sich von Kritikern bezeichnen lassen musste, allerdings nicht so viel Glück: Nach dem Wiener Wahlkampf zerbrach im Jänner 2006 seine Ehe mit der aus der bekannten Rindfleisch-Dynastie stammenden Daniela Plachutta. Seither ist Straches "Braut Österreich", wie er sagt.

Printausgabe vom Montag, 02. Oktober 2006
Update: Sonntag, 01. Oktober 2006 17:44:00

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