Ein "Heidenspaß" – ja, das wäre ein amüsantes Wortspiel. Wenn es denn ein Heidenspaß wäre. Aber das Büchlein ist kein Spaß (und schon gar kein Heidenspaß), sondern ein antireligiöses Pamphlet übelster Sorte.
Da liest also ein Ferkel ein Plakat mit der Aufschrift "Wer Gott nicht kennt, dem fehlt etwas!" Daraufhin macht sich das Ferkel auf den Weg, Gott zu suchen. Es wird beim – mit antisemitischer Tendenz dargestellten – Rabbi nicht fündig. Auch nicht beim (wie amüsant!) dickleibigen katholischen Bischof und nicht beim mit bemerkenswert wenig Hohn gezeichnetem islamischen Mufti. Schließlich streicht das Ferkel auf dem Plakat ein Wort durch. Jetzt heißt es dort: "Wer Gott kennt, dem fehlt etwas!" Schlusssatz: "Und die Moral von der Geschicht’: Wer Gott nicht kennt, der braucht ihn nicht." Am Ende steht ein Bild, auf dem Kinder, Frauen und Männer nackt ihr Geschlecht zu Schau stellen. Nur die Vertreter der Religionen verdecken es schamhaft mit der Hand.
Eine wirklich wertvolle Botschaft für Kinder. Denn schließlich kann man mit der Sexualisierung des Körpers gar nicht früh genug anfangen.
Mir persönlich fehlt nur eine Liste, die eigentlich jedem atheistischen Buch beigelegt werden sollte. Ich kenne nämlich humanitäre Hilfsorganisationen auf der Basis des christlichen Glaubens; ich kenne humanitäre Hilfsorganisationen auf der Basis des jüdischen Glaubens; ich kenne humanitäre Hilfsorganisationen auf der Basis des moslemischen Glaubens; ich kenne sogar überkonfessionelle humanitäre Hilfsorganisationen. Nur eine humanitäre Hilfsorganisation auf der Basis des so menschenfreundlichen Atheismus kenne ich nicht. Und deshalb hätte ich so gerne, dass jedem pro-atheistischen Buch eine Liste der humanitären Hilfsorganisationen auf atheistischer Basis beigelegt wird, die etwa Gleiches verrichten wie die Caritas.
Nur, damit endlich verstockte Gläubige den Wert des gelebten Atheismus zu schätzen lernen, dessen segenspendende Wirkung sich ja schon etwa in Stalins Regime so nachhaltig manifestiert hat.
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