Ein Wahlkampf quer durch Amerika
Liebe Leserin, lieber Leser,
Von Matthias G. Bernold
"What are the Americans like today?", wollte John Steinbeck wissen, als er sich ins Auto setzte, um – zusammen mit seinem Pudel Charley – das Amerika seiner Zeit zu entdecken. Die Erlebnisse während seiner Reise goss er in ein beeindruckendes Stück Literatur, eines der schönsten Portraits der USA überhaupt. Steinbeck und die vielen anderen Autoren, die sich auf den Highways herumtrieben, sind der Grund, warum ich jetzt hier schreibe. Sie haben mich infiziert. Als ich irgendwann im Herbst in der New Yorker U-Bahnlinie Eins meine Station verpasste, weil ich so vertieft war in Jack Kerouacs On The Road, ist mir klar gewesen: So eine Tour muss es auch 2008 geben. Im Jahr, in dem – wie viele glauben – die große Wende ansteht.
"Roadtrip to the White House" ist eine politische Reisekolumne. Bis zum 4. November, wenn die Amerikaner den Mann wählen, der den Kurs ihres Landes und der Welt bestimmen wird, soll die Tour dauern. 90 Tage, 35 Bundesstaaten, mehr als 10.000 Meilen im Greyhound-Bus. Immer auf der Suche nach den Schlüsselthemen US-amerikanischer Politik. Die Reise wird durch die Battleground-Staaten führen und zur mexikanischen Grenze. In den Bible-Belt und in den Mittleren Westen. Zu blühenden und sterbenden Industrieregionen. Zu den polygamistischen Sektierern in Utah, zu den Hippiekommunen Kaliforniens und zu den Baumwollpflückern in Georgia.
Es werden nicht die großen Nachrichten sein – die decken die außenpolitischen Redakteure der "Wiener Zeitung" ohnehin bestens ab. Es wird ein Von-Unten-Nach-Oben-Berichten sein. Episoden, Anekdoten und Gedanken von und über die Menschen, die mir am Weg begegnen. Ein Mosaik aus Geschichten, das – so hoffe ich – die Eigenheiten und Gegensätze dieser Nation erfasst. Es ist ein Experiment – ein Reisetagebuch wie dieses ist ein ungewöhnliches Format in einer Tageszeitung. Helfen Sie mir, indem Sie mir schreiben, was Ihnen gefällt, was Sie stört und worüber Sie gerne mehr lesen würden.
Printausgabe vom Samstag, 02. August 2008
Online seit: Freitag, 01. August 2008 16:52:27
Kommentare zum Artikel:
02.08.2008 21:15:18 Mich interessiert...
... insbesondere wie sich der durchschnittliche Amerikaner informiert. ... angeblich wird CNN von nur von 5% der Amis gesehen - Foxnews hat die Oberhand. NYT, IHT, Washingtonpost hardcopy Ausgaben gibt es zwar, wird aber nur in wenigen begrenzen Gebieten und homöopatischen Dosen gelesen - falsch/richtig? ... ob die Elite auch "ausländische" Medien zum Informationsgewinn heranzieht. ... sind alternative Energien ein Thema im Alltagsleben? - wenn ja - in welchen Bundesstaaten? .. Wie sieht man AIPAC und die USA - Israel Allianz in den verschiedenen Bundesstaaten? ... wie sich die Bevölkerung in den unterschiedlichen Bundestaaten ernährt. Kochen die hin und wieder selbst, was? manchmal? nie? ... ist bewusste Ernährung ein Thema? oder neigen die überwiegend dem fast food zu? .. kann man sich (in welchen Bundesstaaten ja/nein) vorstellen einen farbigen als Präsidenten zu haben?
finkenbusch
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