Im Fokus
Blicke in die Zukunft
|
Akademiebrücke über den Canal Grande in Venedig als Ausstellungsprojekt. Foto: Kloss
|
|
Von Anton Silhan
Bauprojekte, die in der Zukunft den öffentlichen Raum prägen werden, sind im Rahmen der Architekturbiennale der Technischen Universität Wien zu sehen.
Die "archdiploma 2009" in der Kunsthalle Wien am Karlsplatz bietet Nachwuchsarchitekten und -raumplanern ein Präsentationsforum. Erstmals werden im Rahmen der Architekturbiennale, ergänzend zu den besten Architektur-Diplomarbeiten der letzten zwei Jahre, auch die besten Abschlussarbeiten aus dem Bereich "Raumplanung und Raumordnung" präsentiert.
Die Auswahl der ausgestellten Diplomarbeiten hat eine fakultätsinterne Jury vorgenommen. Gezeigt werden 42 Arbeiten, und zwar aus den Bereichen "Entwerfen" (24 Arbeiten), "Theorie" (12) sowie "Raumplanung" (6). Mit der "archdiploma 2009" setzt die Fakultät ein weiteres Mal einen bildungs- und kulturpolitischen Akzent.
Symbiose aus Kunst und Technik
Kuratoren und Ausstellungsgestalter der aktuellen von Klaus Semsroth – Universitätsprofessor und Dekan der Fakultät für Architektur und Raumplanung der TU Wien – initiierten Schau sind Kari Jormakka, Fachbereichsleiter Architekturtheorie, sowie Dörte Kuhlmann und Oliver Schürer vom Institut für Architekturwissenschaften.
Das Ausstellungskonzept 2009: "Material Visions." Da die Kuratorenschaft innerhalb der Architekturfakultät von Mal zu Mal wechselt, trägt die "archdiploma" stets eine unverwechselbare Handschrift. Das Präsentationskonzept: Der Ausstellungsraum verwandelt sich in eine Art Café mit Mehrfach-Projektionskino und Lounge. Das Motto "Material Visions" steht für die Symbiose aus Kunst und Technik. In ihrer technischen Materialisierung soll die künstlerische Vision ihre Vollendung finden.
Wir haben beispielhaft zwei akzentuierte Diplomarbeiten ausgewählt, die hier im Bild präsentiert werden. Emanuel Kloss, "Ponte dell’ Accademia, Canal Grande, Venezia". Das Projekt "Pon.de.acc" baut auf das Raumbuch des Ideenwettbewerbs zum Neubau der vor der Kunstakademie befindlichen Brücke auf. Neben der Verbindung zweier Stadtbezirke Venedigs – Dorsoduro und San Marco – soll durch "Aufladung" eines Cafés und eines Ausstellungsraums die Brücke zu einem eigenständigen Ziel am Rande des Kunstbezirks im Umfeld von Guggenheim-Museum, Akademie und Palazzo Grassi werden.
Dinge sichtbar machen

Raum für Kunst und Kultur am Wiener Donaukanal (hinten die Urania). Foto: Murauer
Michael Murauer stellt "Die Ästhetik des Unsichtbaren" vor: "Raum für Kunst und Kultur am Donaukanal, Wien." Der Gebäudekomplex am Zusammenfluss von Donaukanal und Wienfluss und nahe der Urania bietet zeitgenössischen Künstlern Ateliers und Ausstellungsflächen sowie einen Rahmen für kulturelle Ereignisse und Alltagskultur. Ferner sind ein Veranstaltungssaal, ein Medienbereich mit Vorführraum, eine Buchhandlung und ein Café-Restaurant vorgesehen. Einem Gedanken Paul Klees folgend, soll hier nicht das Sichtbare wiedergegeben werden, sondern es sollen Dinge sichtbar gemacht werden.
Kunsthalle "project space" Karlsplatz
"archdiploma 2009"
7. bis 30. Oktober, Di–Sa 16 bis 24 Uhr, So, Mo 13 bis 19 Uhr, Eintritt frei; Vernissage und Preisverleihung: 6. Oktober, 18 Uhr – 4, Treitlstraße 2
Info-Tel. (01) 521 89 33
http://www.kunsthallewien.at
Printausgabe vom Donnerstag, 01. Oktober 2009
Update: Donnerstag, 01. Oktober 2009 15:55:00
Kommentar senden:
* Kommentare werden nicht automatisch veröffentlicht. Bitte beachten Sie unsere Regeln.
Die Redaktion behält sich vor Kommentare abzulehnen. Wenn Sie eine Veröffentlichung Ihrer Stellungnahme als Leserbrief in der Druckausgabe wünschen, dann bitten wir Sie auch um die Angabe einer nachprüfbaren Postanschrift im Feld Postadresse. Diese Adresse wird online nicht veröffentlicht.