Nur ein bisschen Harmonie

Tennis-Team steckt in einem Umbauprozess.
London/Wien. (sla) Oliver Marach hat es amtlich: Er ist einer der besten Tennisspieler der Welt, zumindest bildet er mit dem Polen Lukasz Kubot eines der besten acht Doppel der Saison. Als solches schlagen sie beim World-Tour-Finale in London auf und haben nach dem 4:6, 6:4, 16:14-Sieg gegen die weißrussisch-israelische Paarung Mirnyi/Ram gute Chancen aufs Halbfinale.
Nur im Daviscup ist Oliver Marach nicht dabei. Ein zweiter Fall Daniel Köllerer? Nein, sagt Gilbert Schaller. Erstens nicht, weil ein solcher für den Daviscup-Kapitän gar nicht existent ist, zweitens nicht wegen der Besonderheiten in der Causa Marach. "Zum Doppel gehören zwei", sagt er. Da Marach nicht mit Julian Knowle, dem zweiten Spezialisten, zusammenpasse, wäre "ein solches Duo praktisch nicht umzusetzen. Julian braucht jemanden, der die zweite Seite am Netz abdecken kann." Marachs Stärke ist das nicht gerade, er spielt von der Grundlinie und heuer auch deswegen so erfolgreich, "weil Kubot damit zurechtkommt."
Dass der Kampf ums Leiberl im Daviscup aber härter werden könnte, obwohl Österreich im März gegen die Slowakei nur in der Euro-Afrika-Zone spielt, stört Schaller nicht. Im Gegenteil. Den Vorwurf der Freunderlwirtschaft lässt er nicht gelten. "Die Stimmung ist gut, aber zu gut will ich sie gar nicht. Wenn der Daniel sagt, er will die Nummer eins sein, stachelt das auch den Jürgen an." Siehe Stadthalle, wo zuerst Köllerer mit seiner extrovertierten Art Sympathien, dann Melzer das Turnier gewonnen hat.
Schaller stellt für das Duell mit der Slowakei sowohl eine Einberufung Köllerers als auch Marachs in den Raum. Dann könnte es für Knowle eng werden. "Ich muss mich wohl für einen entscheiden", sagt Schaller, dem Knowle vorwirft, keine klare Linie zu haben. "Es kann nicht sein, dass Spieler einberufen werden, wenn es ihnen gerade in den Kram passt", meint er zur APA. Schaller stören solche Äußerungen nicht. Zu gut will er die Stimmung ja ohnehin nicht haben.
Printausgabe vom Donnerstag, 26. November 2009
Online seit: Mittwoch, 25. November 2009 19:01:00
Kommentar senden:
* Kommentare werden nicht automatisch veröffentlicht. Bitte beachten Sie unsere Regeln.
Die Redaktion behält sich vor Kommentare abzulehnen. Wenn Sie eine Veröffentlichung Ihrer Stellungnahme als Leserbrief in der Druckausgabe wünschen, dann bitten wir Sie auch um die Angabe einer nachprüfbaren Postanschrift im Feld Postadresse. Diese Adresse wird online nicht veröffentlicht.