Wiener Zeitung Neu in der Linkmap:
 
  Wiener Zeitung Homepage Amtsblatt Homepage LinkMap Homepage Wahlen-Portal der Wiener Zeitung Sport-Portal der Wiener Zeitung Spiele-Portal der Wiener Zeitung Dossier-Portal der Wiener Zeitung Abo-Portal der Wiener Zeitung Suche Mail senden AGB, Kontakt und Impressum Das Unternehmen Benutzer-Hilfe
 Politik  Europa  Kultur  Wirtschaft  Computer  Wissen  extra  Panorama  Wien  Meinung  English  MyAbo 
 Kolumnen Gastkommentar  Analyse  Porträt  Limerick  Satiren  Cartoon  Leserbrief  Zitate 
Herbert KasparPrint this

Beim Wort genommen

Das Sommerloch und seine "Aufreger"

Von Herbert Kaspar

Dass sich immer wieder Vertreter aus der Gruppe der professionell Beleidigten finden, ist bekannt; zuletzt, weil ein Eiserzeuger es gewagt hatte, eine Eis-Sorte "Mohr im Hemd" zu nennen. Man könnte darüber zur Tagesordnung übergehen, fänden sich nicht immer wieder in den Medien bereitwillige Transporteure, die derartige Belanglosigkeiten erst zu einem Thema machen. Besonders raffiniert inszenierte das der "Standard" am letzten Wochenende, der sowohl einen Pro- als auch einen Kontra-Kommentar brachte, was den Vorteil hat, dass man sich selbst nicht deklarieren muss, das Thema aber dennoch ausführlich spielen kann; denn es fand sich jemand, um das "unauffällige und selbstverständliche Funktionieren des sprachlichen Rassismus" zu beklagen. Auch die "ZIB 2" vom Montag war sich nicht zu schade, dem Thema Sendezeit zu widmen.

Die Gutmenschen, die Medien und die Firma Eskimo freuen sich: die Einen haben ihren Auftritt sowie eine Story gehabt, die Anderen haben ihre Gratisreklame bekommen. Genauso funktionierte es beim zweiten großen "Aufreger" dieser Tage: bei den atheistischen "Es gibt keinen Gott"-Plakaten. Eine ganze Seite etwa widmete allein der "Kurier" letzten Sonntag diesem Thema. Der Zeitung ist dabei gar nicht aufgefallen, wie bereitwillig sie das Geschäft der Initiatoren besorgt. Der "Kurier" zitierte den Auftraggeber, der treuherzig aus der Schule plauderte: "Die Kampagne kostet 1000 Euro. Mehr Geld haben wir nicht" – brauchen sie auch nicht, denn es gibt ja genug Schreiber, die gratis redaktionellen Raum widmen.

Dass "Kronen Zeitung" und "Standard" in einträchtiger Unkenntnis strafrechtlicher Bestimmungen die Causa "Bawag" mit Veranlagungen der Bundesfinanzierungsagentur gleichsetzen, wurde schon berichtet. Das hat wohl die Strafrechtsexperten der bunten Illustrierten "News" nicht ruhen lassen, wo ein Herr Martin Kubesch neulich schwadronieren durfte: "Arigona und Natascha – zwei Frauen, ein Verbrechen".

Das Sommerloch sollte man für so einen Irrwitz nicht verantwortlich machen; die journalistische Qualität ist auch in den anderen Jahreszeiten nicht viel besser.

Printausgabe vom Donnerstag, 30. Juli 2009
Online seit: Mittwoch, 29. Juli 2009 18:49:00

Kommentar senden:
Name:

Mail:

Überschrift:

Text (max. 1500 Zeichen):

Postadresse:*


* Kommentare werden nicht automatisch veröffentlicht. Bitte beachten Sie unsere Regeln.
Die Redaktion behält sich vor Kommentare abzulehnen. Wenn Sie eine Veröffentlichung Ihrer Stellungnahme als Leserbrief in der Druckausgabe wünschen, dann bitten wir Sie auch um die Angabe einer nachprüfbaren Postanschrift im Feld Postadresse. Diese Adresse wird online nicht veröffentlicht.

Wiener Zeitung - 1040 Wien · Wiedner Gürtel 10 · Tel. 01/206 99 0 · Impressum · AGB