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Das E-Card-System wird moderner, endlich!

3 Min
"It’s Giving Politics" ist der Titel der Kolumne von Chiara Swaton und Nora Schäffler. Darin schreiben sie im wöchentlichen Wechsel über politische Themen.
© Illustration: WZ / Katharina Wieser

Die E-Card wird digitaler – und das in mehreren Bereichen. Warum weniger Papierkram den Alltag vieler Menschen tatsächlich erleichtern kann.


Die Gen Z hat ja bekanntlich Angst vor dem Telefonieren. Ich habe keine Angst davor, aber ich muss gestehen: Arzttermine oder behördliche To-Dos mache ich auch am liebsten online aus. Man hängt in keiner Warteschleife, muss sich nicht erklären, sondern es geht ganz einfach: einmal hier klicken, einmal da, und schon ist ein Zeitslot für dich reserviert.

Wer sich also gerne vorm Telefonieren drückt, für den kommt das geplante Update der E-Card nicht ungelegen: E-Zuweisung, E-Verordnung, E-Terminservice, digitale Kur- und Rehaanträge. Die „Zettelwirtschaft“ soll bis 2030 Geschichte sein. Das haben der Dachverband der Sozialversicherungsträger und die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) bei der „Zukunftsvereinbarung E-Health“ definiert.

Konkret sollen Überweisungen für Untersuchungen künftig digital erfolgen und die Papierform schrittweise vollständig ersetzen. Auch Verordnungen – etwa für Heilbehelfe oder Krankentransporte – sollen elektronisch ausgestellt werden. Geplant ist außerdem ein E-Terminservice, das die Suche nach Arztterminen erleichtert. Ab 2027 ist außerdem vorgesehen, Befunde aus Vorsorgeuntersuchungen zentral in ELGA zu speichern, sowie Kur- und Rehaanträge direkt über das E-Card-System abzuwickeln.

Ein Schritt in Richtung Alltagstauglichkeit

Diese Reform betrifft unseren Alltag unmittelbar. Denn kaum ein Bereich trägt das tägliche Leben so sehr wie das Gesundheitssystem. Ob jung oder alt, gesund oder krank – früher oder später sind wir alle darauf angewiesen, dass Abläufe funktionieren und Wege möglichst unkompliziert bleiben.

Wer schon einmal mit mehreren Papierzuweisungen, Befunden und Rezepten von Ordination zu Ordination unterwegs war, weiß: Die sogenannte „Zettelwirtschaft“ ist einfach mühsam. Sie kostet Zeit, Nerven und oft auch unnötige Wege. Dass sie nun Schritt für Schritt durch digitale Lösungen ersetzt werden soll, ist längst überfällig – und ein Zeichen dafür, dass Bewegung ins Gesundheitssystem kommt.

Zusammenarbeit statt Schlagabtausch

Bemerkenswert ist auch der Ton dieser Reform. Sozialversicherung, Ärztekammer und Politik betonen den Dialog. „Es ist gelungen, miteinander zu reden, anstatt sich über die Medien irgendwelche Grauslichkeiten auszurichten“, sagte etwa Edgar Wutscher, Vizepräsident der ÖÄK und Obmann der Bundeskurie niedergelassene Ärzte, bei der Präsentation am Donnerstag.

Nach Zeiten, in denen Konflikte oft öffentlich ausgetragen wurden, wirkt diese Zusammenarbeit fast schon wohltuend.

Digitalisierung wird zwar keine fehlenden Kassenstellen ersetzen und keine Wartezeiten wegzaubern. Aber sie kann Abläufe vereinfachen, Zeit sparen und Ressourcen dort freimachen, wo sie gebraucht werden: bei der Versorgung von Patient:innen.

Es ist ein kleines Update – aber mit spürbarer Wirkung im Alltag. Gut so.


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Infos und Quellen

Daten und Fakten

  • Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) ist die größte gesetzliche Krankenversicherung in Österreich und betreut aktuell etwa 7,6 Mio. Versicherte. Sie wurde am 1. Jänner 2020 durch die Fusion der neun ehemaligen Gebietskrankenkassen sowie der Betriebskrankenkassen Kapfenberg, voestalpine Bahnsysteme, Mondi und Zeltweg gegründet.
  • Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) ist die gesetzliche Interessensvertretung der Ärzteschaft in Österreich und vertritt deren wirtschaftliche, soziale und berufliche Belange. Sie erfüllt wichtige behördliche Aufgaben im Gesundheitswesen, etwa die Organisation staatlicher Arztprüfungen und die Festlegung fachlicher Qualitätsstandards. Als Pflichtorganisation sind alle in Österreich praktizierenden Ärzt:innen Mitglied.

Quellen

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