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Du verreist, die EU zahlt dein Zugticket

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Mathias Ziegler beleuchtet in seiner Kolumne alle zwei Wochen EU-Themen.
© Illustration: WZ / Katharina Wieser

Bald werden wieder zigtausende DiscoverEU-Travel-Pässe verlost. Und beim Jugendkarlspreis winken tausende Euro Preisgeld.


    • Die EU verlost im Rahmen von DiscoverEU kostenlose Zugtickets und Ermäßigungen an 18-Jährige, um Europa zu bereisen.
    • Erasmus+ und weitere Programme fördern die europäische Jugend, stärken Integration und politische Teilhabe.
    • Die EU-Kommissionspräsidentin hat seit kurzem einen eigenen Jugendbeirat.
    • Der Europäische Jugendkarlspreis prämiert jährlich Projekte junger Menschen zur Demokratie mit bis zu 7.500 Euro Preisgeld.
    • Im Herbst 2025 wurden 40.000 DiscoverEU Travel-Pässe vergeben, 798 an Österreicher:innen.
    • Mehr als 10 Millionen junge Menschen haben am Erasmus+-Programm teilgenommen.
    • Der Europäische Jugendkarlspreis ist mit 7.500 Euro für das Siegerprojekt dotiert, Teilnahme: 16–30 Jahre.
    • Das Europäische Jugendparlament zählt jährlich über 30.000 Teilnehmende in 40 Ländern.
    Mehr dazu in den Infos & Quellen

Falls du 18 Jahre alt bist oder bis zum 30. Juni 18 Jahre alt wirst und Europa mit der Bahn erkunden möchtest, solltest du in den kommenden Wochen die Augen offenhalten: Die EU verlost nämlich zweimal im Jahr im Rahmen von DiscoverEU Travel-Pässe unter Europas 18-Jährigen. Im vergangenen Herbst wurden insgesamt 40.000 Stück vergeben, dabei kamen 798 Österreicher:innen zum Zug. Und die nächste Verlosungsrunde dürfte bald bevorstehen. Ein fixes Datum gibt es allerdings noch nicht dafür.

Die Gewinner:innen der Travel-Pässe bekommen neben einem kostenlosen Zugticket, mit dem sie innerhalb eines Jahres bis zu einen Monat lang durch ganz Europa reisen können, auch Ermäßigungen für kulturelle Aktivitäten, Lokale und Unterkünfte. Im Gegenzug fungieren sie als Botschafter:innen der Europäischen Union.

Zehn Millionen Erasmus-Teilnehmer:innen

DiscoverEU ist Teil eines Austauschprogramms für alle jungen Menschen in Europa, das zwar nicht kostenlos ist, aber durch Zuschüsse gefördert wird: Erasmus+. Mehr als zehn Millionen junge Schüler:innen, Lehrlinge und Studierende haben das Programm, das zu einem Synonym für die europäische Integration geworden ist, schon absolviert. Benannt wurde es nach Erasmus von Rotterdam (1466 oder 1469 bis 1536), einem der größten Universalgelehrten der europäischen Geschichte, der 444 Bücher und Schriften verfasst hat und schon damals viel in Europa herumgekommen ist: Er wirkte unter anderem in Paris, Basel, London, Cambridge, Freiburg und Turin. Kein Wunder also, dass er zum Namensgeber des EuRopean Community Action Scheme for the Mobility of University Students wurde, auch wenn dessen Erfinder:innen im Jahr 1987 für die Abkürzung Erasmus (seit 2014: Erasmus+) ein bisschen kreativ sein mussten.

Eigener Jugendbeirat der Kommissionspräsidentin

Wir sind zwar noch weit entfernt von United States of Europe, wie sie sich überzeugte Europäer:innen seit hundert Jahren wünschen, aber zumindest von United Youths of Europe kann man durchaus schon sprechen, angesichts einer ganzen Generation, die ein Leben ohne diesen Staatenbund, ohne Reisefreiheit und in vielen EU-Ländern auch ohne den Euro gar nicht kennt. Kein Wunder also, dass in den Eurobarometer-Umfragen die Zustimmung zur EU unter den jungen Bürger:innen am größten ist.

Wie wichtig gerade sie für den Kontinent sind, zeigt die Tatsache, dass die EU-Kommission eine eigene Jugendstrategie vorgelegt hat, mit der sie die politische Teilnahme der Jüngsten in Europa stärken will. So stellen sich die Kommissar:innen in Politischen Dialogen an Schulen den jüngsten EU-Bürger:innen (erst am 8. Jänner besuchte der österreichische Migrationskommissar Magnus Brunner eine Wiener AHS); auf der Online-Plattform für Bürgerbeteiligung gibt es eine eigene Sektion für Jugendliche; seit 3. Dezember hat Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen eigenen Jugendbeirat (das Thema des ersten Treffens waren die Sozialen Medien); neben Erasmus+ können sich 17- bis 30-Jährige auch im Europäischen Solidaritätskorps in gemeinnützigen Projekten engagieren; und das kostenlose „Erlebnis Europa“ soll in allen Mitgliedstaaten die EU spielerisch greifbar machen (zum Beispiel in Wien, Rotenturmstraße 19, Montag bis Samstag, 10 bis 18 Uhr).

7.500 Euro für das beste EU-Jugendprojekt

Das EU-Parlament wiederum vergibt gemeinsam mit der Stadt Aachen jedes Jahr den Europäischen Jugendkarlspreis – noch ein berühmter Name, diesmal Karl der Große (742 bis 814), der als Einiger Europas gilt und in Aachen seinen Regierungssitz hatte – an die besten europäischen Projekte zum Thema Demokratie und aktive Bürgerschaft. Aktuell läuft noch bis 2. Februar die Bewerbungsfrist für den österreichischen Bewerb, dessen Gewinner:innen am 17. März gekürt und zur europäischen Endausscheidung Mitte Mai in Aachen eingeladen werden. Das EU-weite Siegerprojekt wird mit 7.500 Euro belohnt, Platz zwei mit 5.000 Euro und Platz drei mit 2.500 Euro. Teilnahmeberechtigt sind alle 16- bis 30-Jährigen.

Übrigens können alle jungen Europäer:innen – aber nicht nur sie – das ganze Jahr über das EU-Parlament in Brüssel und Straßburg besuchen. Während dort von den europäischen Parteien die Weichen der aktuellen EU-Politik gestellt werden, macht sich eine andere, überparteiliche Institution Gedanken über die Zukunft unseres Kontinents: das Europäische Jugendparlament, an dessen Veranstaltungen in 40 Ländern jährlich mehr als 30.000 Menschen teilnehmen.


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