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Am 14. April gegen ein Uhr morgens erreichten iranische Raketen und Drohnen den israelischen Luftraum. Nahost-Experte Gershon Baskin lotet im WZ-Gespräch mögliche israelische Antworten auf den beispiellosen Angriff aus.
Der Iran erklärte die Angriffsserie als Vergeltungsaktion für den israelischen Beschuss seines Konsulats in Damaskus vor zwei Wochen. Damals kamen mehrere hochrangige iranische Militärs ums Leben.
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Israel behält sich eine scharfe Reaktion vor. Ob es dazu kommen wird und wie diese aussehen könnte, darüber haben wir mit dem israelischen Aktivisten Gershon Baskin gesprochen.
Weiters denke ich, dass Israel nicht damit gerechnet hat, sieben Militärangehörige zu töten. Sie hatten es auf einen einzigen General abgesehen. Israel hat seit Jahren viel Erfahrung mit der Tötung von Iranern und der Iran hat nie auf diese Weise reagiert wie heute Nacht. Beobachter sagen, es sei für Teheran der Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Es war einfach zu viel. Dadurch wurde das iranische Regime unter Druck gesetzt, darauf zu reagieren.
Eine Bombardierung des Iran würde nur zur Eskalation führen.Gershon Baskin
Eine Bombardierung des Iran würde nur zur Eskalation führen. Ich glaube daher, dass die Amerikaner und die anderen Verbündeten es mit Israel jetzt sehr ernst meinen. Sie werden Netanjahu klarmachen, dass sie Israel bei der Verteidigung zwar unterstützt haben, aber nicht mit an Bord sind, wenn Israel jetzt aggressiv handelt.
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Infos und Quellen
Genese
Autor Markus Schauta hat Gershon Baskin im November 2023 bei einem Interview in Jerusalem kennengelernt. Er blieb seitdem mit ihm in Kontakt. Das aktuelle Interview mit Baskin führte er über WhatsApp.
Gesprächspartner
Gershon Baskin setzt sich seit Jahrzehnten mit dem Nahostkonflikt und Mechanismen für einen möglichen Frieden auseinander. Außerdem verfügt er über ausgezeichnete Kontakte zum politischen Flügel der Hamas.
Daten und Fakten
- Seit der islamischen Revolution 1979, bei der in Teheran islamische Geistliche an die Macht kamen, sind die Beziehungen zwischen dem Iran und Israel feindschaftlich. Im 2011 ausgebrochenen syrischen Krieg stehen sich die beiden Staaten als Kontrahenten gegenüber.
- Teheran unterstützt die syrische Regierung und Präsident Bashar al-Assad. Indem er nicht nur finanzielle Unterstützung und Waffen, sondern auch Truppen nach Syrien schickt, konnte der Iran seinen Einfluss in der Region deutlich ausweiten.
- Israel hingegen fühlt sich durch die starke Präsenz des Iran im Nachbarstaat bedroht. Seit Jahren fliegt es daher gezielte Luftangriffe gegen iranische Stellungen, Waffenkonvois oder Militärpersonal in Syrien.
- Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen: Das 1961 in Wien geschlossene Abkommen regelt den diplomatischen Verkehr einschließlich der Immunität der Diplomaten und der Unverletzlichkeit der diplomatischen Mission.
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