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Die Absetzung einer der beliebtesten (und besten) Late Night Shows der USA mobilisierte die Massen – und zwang einen Milliardenkonzern, klein beizugeben.
Man möchte glauben, Öffentlichkeit wirkt noch: Da staunten die Verantwortlichen der Walt-Disney-Studios im eleganten Burbank, Los Angeles, nicht schlecht, als hunderte Menschen vor ihren Toren standen und lautstark die Wiedereinsetzung der Jimmy Kimmel Late Night Show forderten. Mulmig wurde ihnen wohl, als ebenso plötzlich Tausende ihr Disney+-Abo kündigten. Grund für den Aufruhr war die Absetzung besagter Late Night Show. US-Präsident Donald Trump war die Reaktion Kimmels auf die Ermordung des US-Aktivisten Charlie Kirk in die falsche Kehle geraten.
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Der analoge Protest sowie der digitale Druck zeigten jedoch Wirkung: Die Disney-Tochter ABC, Sendungsverantwortliche der Jimmy Kimmel Late Night Show, nahm sie kleinlaut wieder ins Programm. Die Menschen, die Gesellschaft, haben bewiesen, dass die Meinungsfreiheit die willkürliche politische Zensur besiegen kann und eine lautstarke Debatte über Meinungsfreiheit statt Zensur hervorrief.
Boykott im Feed
Parallel zu den Protesten und den Kündigungen fluteten Boykott-Aufrufe die Feeds. Nicht nur Fans, auch prominente Disney-Gesichter wie Tatiana Maslany oder Pedro Pascal sowie Kreative wie Damon Lindelof forderten auf, Disney+, Hulu und Co. zu kündigen – eine symbolische, aber sichtbare Geste der Konsumentenmacht. Aus dem deutschsprachigen Raum meldete sich etwa Autor Marc-Uwe Kling mit einem klaren „Abo kündigen“-Appell. Wie groß diese Welle war, lässt sich nicht beziffern – sie war aber unter #boycottDisney unübersehbar.
Als Kimmel auf den Bildschirm zurückkehrte, tat er das mit einer Mischung aus Ernst und Satire: Er adressierte unverblümt, aber in gewählten Worten den politischen Druck, und dankte den Unterstützer:innen – ein glänzendes bundesweites Comeback. Trotzdem blockieren weiterhin einige Medienunternehmen mit lokalen Sendern die Ausstrahlung der Show. Die Angst vor Trumps Drohung einer Entziehung ihrer Lizenz sitzt bei ihnen tief.
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Die Kernfrage bleibt: Hat der Protest Disney wirklich umgestimmt?
Die Gesellschaft ist kein stumpfes Schwert. Sie erzwingt Begründungen, markiert Grenzen, verteidigt Freiräume. Mit ihrem Kampf um Kimmels Show – online wie offline – und damit um Meinungsfreiheit hat sie beides gezeigt: Widerstand und Wirkung.
Zum Schluss der Kimmel-Moment: In seiner ersten Sendung nach der kurzen Pause hielt der Moderator ein Blatt Papier hoch und witzelte vor Millionenpublikum, man habe ihn gebeten, eine Erklärung vorzulesen – worauf er detailliert erklärte, wie man sein Disney+-Abo wieder aktiviert. Pointe gesetzt. Das ist Satire, Herr Trump!
In „Kulturschock“ schreibt WZ-Redakteurin Verena Franke alle zwei Wochen über Themen aus der Welt der Kultur. Alle Texte von Verena findest du in ihrem Autorinnenprofil.
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Infos und Quellen
Genese
Seit geraumer Zeit verfolgt WZ-Redakteurin Verena Franke die wachsenden Eingriffe der US-Politik in Kultur und Medien.
Daten und Fakten
- Die Walt Disney Company, die ABC mit der Sendung „Jimmy Kimmel Live!“ im Portfolio hat, teilte in einem Statement mit, dass sie die Produktion der Show ausgesetzt habe, um eine angespannte Situation im Land nicht weiter anzuheizen. Man sei der Meinung, dass einige der Kommentare Kimmels unangebracht gewesen seien, so das Unternehmen. Man habe die vergangenen Tage damit verbracht, intensive Gespräche mit ihm zu führen. Das habe nun zur Entscheidung geführt, die Show wieder aufzunehmen. Ob Kimmels Rückkehr an bestimmte Bedingungen geknüpft ist, blieb unklar.
- Kimmel hatte vorige Woche in seiner Sendung in Bezug auf den tödlichen Angriff auf Charlie Kirk gesagt, dass die „Gang“ Make America Great Again - also die Bewegung, die hinter US-Präsident Donald Trump steht - verzweifelt versuche, den Tatverdächtigen in krassen Gegensatz zu ihnen zu stellen, und alles dafür tue, politisches Kapital daraus schlagen zu wollen. Trump und sein Umfeld machen die Rhetorik der „radikalen Linken“ für das Attentat verantwortlich. Kirk war am 10. September 2025 erschossen worden.
Quellen
- T-Online: 17 Minuten Klartext: Star-Moderator Kimmel schlägt zurück
- Pressehaus Offenbach: Eklat um Jimmy Kimmel: Disney-Boykott nach Late-Night-Suspendierung
- Apa
- ZiB
Das Thema in anderen Medien
- Die Presse: Trump kritisiert Comeback von Jimmy Kimmel
- Blick: Kimmel-Aus erschüttert Disney
- NTV: Disney-Boykott nach Kimmel-Aus zeigt offenbar Wirkung
- Stuttgarter Zeitung: Kimmel macht sich bei Rückkehr auch über Disney-Konzern lustig
- FAZ: Jimmy Kimmel bricht die Stimme
- Der Standard: Kimmel-Rückkehr: Hollywoods halbes Happy End
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