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Der Klimawandel hat gefährliche Folgen für die Stabilität der Alpen. Ähnliche Ereignisse wie im Himalaya können auch bei uns vorkommen. Klimaforscher Jan Beutel warnt vor Felsstürzen hierzulande und kritisiert gravierende Lücken bei der Überwachung.
In Sölden sah man, was passiert, wenn Starkregen auf lockeres Gestein trifft.Jan Beutel
Forscher:innen halten nur noch die Luft an, so schnell verändert sich alles.Jan Beutel
Es ist ein bisschen so, als wären wir keine guten Skifahrer trotz unserer Berge.Jan Beutel
Vor der Veränderung der Berge warnen Klimaberichte. Die Reise ist also gebucht.Jan Beutel
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Infos und Quellen
Gesprächspartner
Jan Beutel ist Professor für Technische Informatik an der Universität Innsbruck. Sein Forschungsinteresse gilt drahtlosen Sensornetzwerken, mit denen er Veränderungen im Gebirge beobachtet. Seit 17 Jahren untersucht er in einem Freiluftlabor am Matterhorn den Zustand der Felsen, den Permafrost und das herrschende Klima. Seine Daten, die es erlauben, den Klimawandel im Hochgebirge quantitativ zu verstehen und mögliche Naturgefahren einzuschätzen, bilden Grundlagen für Vorhersagen.
Daten und Fakten
- Die Sturzflut in Nepal und Tibet am 26. August 2026 im Himalaya-Gebirge traf dutzende Siedlungen vor allem in den nepalesischen Distrikten Rasuwa und Nuwakot. Der durch einen Gletscherabbruch und einen Bergsturz ausgelöste Murenabgang, der sich entlang eines Flusslaufs zu einer Sturzflut entwickelte, verursachte massive Schäden in bewohnten Gebieten. Mindestens 1.050 Todesopfer wurden bis Redaktionsschluss in Nepal bestätigt, insgesamt galten bis dahin 5.000 Personen als vermisst.
- Am 28. Mai 2025 zerstörte ein gewaltiger Bergsturz und Gletscherabbruch das Schweizer Dorf Blatten im Lötschental im Kanton Wallis zu großen Teilen. Bereits am 19. Mai wurden alle 300 Bewohner des Dorfes evakuiert, weil sich Felspartien am Kleinen Nesthorn in den drei Tagen zuvor um 17 Meter bewegt hatten und ein Kollaps des Gesteins nicht mehr ausgeschlossen werden konnte.
- Schwere Unwetter haben am 30. Juli diesen Sommer in Sölden im Tiroler Ötztal im Bezirk Imst zu Murenabgängen geführt. Nahe des Ortsteils Vent verlegte eine Mure eine Straße, rund 30 Personen mussten in Sicherheit gebracht werden. Man verzeichne Sachschäden, verletzt wurde niemand.
- Alpiner Permafrost ist ein wichtiges Element der Kryosphäre in den Alpen, jedoch bleibt er im Vergleich zu den Gletschern unsichtbar. Nur Blockgletscher sind eindeutig erkennbare Landschaftsformen des Permafrosts. Die Bedeutung von Permafrost kann laut dem Alpenverein nicht hoch genug eingestuft werden: er ist ein sensibler Klimazeiger und erfüllt eine bedeutende Rolle in Sachen Hangstabilität, Hydrologie und Naturgefahren.
Quellen
- International Association of Cryospheric Sciences: Glacier and Permafrost Hazards in Mountains
- Gletscherbericht des Alpenvereins
- Universität Innsbruck: Schwingende Berge
- BmLUK: Totschnig und Mattle: Österreich startet bundesweites Monitoring für Bergstürze und Großrutschungen
Das Thema in der WZ
Das Thema in anderen Medien
- NZZ auf Youtube: So hat sich die Sturzflut ihren Weg durch Nepal gebahnt
- SRF: Warum es zur Katastrophe kam: Die Erkenntnisse der Wissenschaft
- ARD-Tagesschau: "Sehr großer Bergsturz" - und obendrauf ein Gletscher
- Der Standard: "Berge schälen sich", auch in Österreich: Gletscherforscherin Fischer in "ZiB 2" über Flutkatastrophe in Nepal
- ORF Tirol: Sölden: Aufräumarbeiten nach Unwettern im Ötztal
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