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Die Persönliche Assistenz in der Freizeit wird zum Spießrutenlauf für Menschen mit Behinderung. Ein Interview mit Dorothea Brozek, einer Betroffenen.
Dorothea Brozek ist eine erfolgreiche Unternehmensberaterin - und Rollstuhlbenützerin. Sie benötigt ganztägig persönliche Assistenz, doch das ist seit Jahren eine mühsame Angelegenheit. Immer wieder weist sie öffentlich auf die bürokratischen Hürden hin, gebracht hat es bisher nichts, wie sie im WZ-Interview erzählt.
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In meinem Fall würde ich jemanden brauchen, der den Hund betreut.Dorothea Brozek
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Infos und Quellen
Genese
Edwin Baumgartner lernte Dorothea Brozek während des Studiums kennen. Frau Brozek und er blieben nach dem Studium in Kontakt, weshalb er ihre Aktivitäten im Bereich selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderung verfolgte. In diesem Zusammenhang wurde er auf ihre zunehmende Kritik an dem Wiener Modell aufmerksam: Ein Grund, mit ihr über Probleme und Verbesserungsmöglichkeiten zu reden.
Gesprächspartnerin
Dorothea Brozek ist gebürtige Polin. Sie lebt seit ihrer Kindheit in Wien, wo sie ein Studium der Slawistik in Kombination mit Politikwissenschaft und Publizistik absolviert hat. Zusätzlich ist sie Dipl. Lebens- und Sozialberaterin und arbeitet als Unternehmensberaterin. Seit frühester Kindheit hat sie eine Behinderung und nützt Persönliche Assistenz. Sie war Redakteurin und Moderatorin bei Freak-Radio, Gründungs- und Vorstandsmitglied der Selbstbestimmt Leben Initiative Wien (SLI-Wien) und Mitbegründerin der WAG – Assistenzgenossenschaft.
Daten und Fakten
- Eine Persönliche Assistentin oder ein Persönlicher Assistent unterstützt Menschen mit einer Behinderung bei allen Tätigkeiten, die aufgrund der Behinderung nicht selbstständig durchführbar sind. Der Mensch mit Behinderung kann dadurch selbst über seinen Lebensstil und seine Zeiteinteilung verfügen.
- Im Frühjahr 2023 startete in Salzburg, Tirol und Vorarlberg ein Pilotprojekt, in dem die Zusammenführung der Persönlichen Assistenz in Freizeit und Beruf erprobt wird. Zeitgleich läuft ein Evaluierungsprozess, um laufend Verbesserungen einarbeiten zu können.
- Laut dem Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz ist die Ausweitung auf weitere Bundesländer geplant. In letzter Konsequenz soll damit die Persönliche Assistenz bundesweit für alle Lebensbereiche vereinheitlicht werden.
- Laut einer Anfragebeantwortung durch den Wiener Amtsführenden Stadtrat Peter Hacker nützen mit Stand 26. April 2023 in Wien 364 Personen Persönliche Assistenz als Leistung. Die Stadt Wien wendet dafür ein Budgetvolumen von 20 Millionen Euro pro Jahr auf.
- Da die Arbeit der Persönlichen Assistent:innen in hohem Maß individuell ist, gibt es keine vorgeschriebene Ausbildung. Diese erfolgt durch die Dienstgeber:innen am Arbeitsplatz.
Quellen
Weiterführende Links
- assistenz24
- bizeps
- Persönliche Assistenz gemeinnützige GmbH (PAV)
- Fonds Soziales Wien
- WAG Assistenzgenossenschaft
- Zeitlupe (Peer-Beratung für Frauen mit Behinderung)
- Zentrum für Kompetenzen
- Rechtsvorschrift für das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz (Fassung vom 24. August 2023)
Das Thema in anderen Medien
- Vienna Online: Persönliche Assistenz: Beibehaltung freier Dienstverträge gefordert
- Der Standard: Persönliche Assistenz für Menschen mit Behinderung wird einheitlich
- Salzburger Nachrichten: Gemeinsame Persönliche Assistenz startet in mehreren Ländern
- kobinet-nachrichten: Dänemark: Schon damals ein Vorbild in Sachen Persönlicher Assistenz
- Bizeps: Rückblick und Ausblick: Persönliche Assistenz weiterdenken
- Bizeps: Holt junge behinderte Menschen endlich raus aus den Heimen!
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