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Protestführerin Emilija Milenković über Belgrads Jugend, die nun aufsteht.
Eine der lautesten jungen Stimmen der aktuellen serbischen Proteste ist Emilija Milenković. Die 21-Jährige studiert Politikwissenschaft an der Universität Belgrad und ist Mitgründerin der Gruppe Borba (deutsch: „Kampf“, „Streit“). Milenković war eine der Redner:innen bei der bisher größten Kundgebung vom 30. Dezember, die sich gegen die mutmaßlich gefälschten Wahlen in Serbien richtete.
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Infos und Quellen
Genese
„Mein Name ist Emilia, mein Vater ist nicht der Präsident, meine Tante lebt nicht in Kanada und mein Bruder ist nicht der Direktor einer großen Firma“, sagte Emilija Milenković letzten Sommer. Die junge Politikstudentin war bereits eine wichtige Stimme bei „Serbien gegen Gewalt“-Großdemos im ganzen Land. Auch bei den jetzigen Protesten gegen die manipulierten Wahlen steht die 21-Jährige im Rampenlicht und wirkt bei der Organisation mit, auch wenn sie sich nicht als Anführerin sieht. Bei der aktuell größten Kundgebung am 30. Dezember sprach sie vor allem vielen Jungen aus der Seele. Viele Twenty-Somethings kennen gar kein Serbien ohne Aleksandar Vučić und seine regierende SNS. Milenkovićs Rede und der Kampfgeist, den sie seit Monaten beweist, waren für die WZ Anlass genug, sie um ein Interview kurz vor dem orthodoxen Weihnachtsfest zu bitten.
Gesprächspartnerin
Emilija Milenković, Mitgründerin der Gruppe Borba (deutsch: „Kampf“, „Streit“). Milenković war eine der Redner:innen bei der bisher größten Kundgebung vom 30. Dezember, die sich gegen die mutmaßlich gefälschten Wahlen in Serbien richtete.
Daten und Fakten
Seit 18. Dezember demonstrieren Tausende gegen die Wahlbehörden und die in Serbien regierende Partei SNS. Sowohl die Parlamentswahl als auch die Belgrader Kommunalwahl, beide am 17. Dezember abgehalten, entschied die SNS deutlich für sich. Wahlbeobachter:innen, unter anderem vom Europäischen Parlament und der OSZE, kritisieren jedoch schwere Mängel im Zusammenhang mit den Wählerlisten. Expert:innen zufolge seien etwa Tausende Wähler:innen aus Bosnien herangekarrt worden, um in Belgrad ihre Stimme abzugeben. Die Opposition will die Vorwürfe gesammelt vorlegen, die Regierung streitet bisher alle Unregelmäßigkeiten ab.
Quellen
- OSZE: Mission to Serbia
- European Western Balkans
- Englischsprachige Nachrichten: Serbia Elects
- Initiative ProGlas
- Regierungsbündnis Serbia Must not Stop
- Regierungspartei Serbische Fortschrittspartei
- Oppositionsbündnis Serben gegen Gewalt
- Größte Oppositionspartei Partei für Freiheit und Gerechtigkeit
- Statement zu Wahl-Unregelmäßigkeiten: Europäische Kommission
- Vorläufige Ergebnisse: OSZE-Bericht zur Wahl
- OSZE-Artikel: Voters had political alternatives in Serbia’s elections but they were marred by overwhelming ruling party advantage, international observers say
Das Thema in anderen Medien
- taz: Autokratie in Ungarn und Serbien: Was läuft da falsch?
- Die Presse: Tausende bei Kundgebung in Belgrad für Wahlwiederholung
- Der Standard: In Serbien gehen nun auch Weihnachtsmänner gegen Vučić auf die Straße
- Die Presse: Serbiens Schulterschluss mit Russland
- Der Standard: Serbien wählt wieder eine Autokratie
- Balkan Insight: Serbian Students Blockade Government Ministry, Protesting ’Election Theft’
- Balkan Insight: Brussels Feels Only Relief Over Vucic’s Victory in Serbia
- Politico: How the West lost the plot on Serbia
- NZZ: Er spielt Katz und Maus mit der EU
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