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Ein
Jahr nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ist die islamistische
Terrororganisation Al Qaida weiterhin weltweit aktiv. Wie aus einem
kürzlich erstellten UNO-Report hervorgeht, sind trotz des Einfrierens von
Al Qaida-Konten kurz nach dem 11. September auch ihre Finanzquellen wieder zum
Großteil intakt. Da Al Qaida aus autonomen Zellen besteht, wird vermutet,
dass die Organisation auch ohne das zentrale Kommando ihres mutmaßlichen
Anführers Osama bin Laden aktiv sein kann.
Europäische und
amerikanische Geheimdienste vermuten, dass die Terrororganisation ein
verzweigtes Netzwerk betreibt, darunter auch mit Zellen in einigen westlichen
Staaten, etwa in Deutschland, Spanien, Italien und den USA, wo in den
vergangenen Monaten Al Qaida-Kämpfer festgenommen wurden.
Als
Rückzugsgebiete der Kämpfer der Organisation vermuten die
Geheimdienste durch Zentralregierungen schwer kontrollierbare oder von Unruhen
oder Bürgerkrieg erschütterte moslemische Länder und Regionen
wie Somalia, Kaschmir, Tschetschenien oder das afghanisch-pakistanische
Grenzgebiet. Weiters werden finanzielle und persönliche Kontakte von Al
Qaida in islamische Staaten des Nahen Ostens und Ostafrikas, etwa in den Jemen,
in die Vereinigte Arabische Emirate oder in den Sudan vermutet.
Die
Terrororganisation soll ihre Aktivitäten unter anderem durch Opium- und
Heroinhandel finanzieren. Die Einfrierung der Al Qaida-Konten konnte die
Organisation ebenfalls kaum schwächen: Finanztransfers sollen nach einem
Bericht der "Washington Post" weniger über Bankverbindungen erfolgen, als
über schwieriger dokumentierbare Wege wie Goldschmuggel.
Nach
Erkenntnis des UNO-Berichts über die Finanzlage von Al Qaida spielt auch
das traditionelle moslemische Finanzsystem Hawala, mit dem Gelder nach
mündlichen Absprachen ohne schriftliche Belege übertragen werden
können, eine wichtige Rolle bei den Aktivitäten der Terrorgruppe.
Bereits Jahre vor den Anschlägen in den USA soll Al Qaida Teile ihrer
Finanzmittel in Gold und Edelsteinen angelegt haben.
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