• vom 24.05.2012, 10:27 Uhr

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Revolutionäre "Villa Beer" in Hietzing



  • Ein Juwel wienerischer Wohnkultur in bester Lage vom Architektenduo Josef Frank und Oskar Wlach beginnt zu bröckeln.

Millionen-Villa: Revolutionäres Wohnkonzept von Josef Frank und Oskar Wlach Ende der 1920-Jahre.

Millionen-Villa: Revolutionäres Wohnkonzept von Josef Frank und Oskar Wlach Ende der 1920-Jahre.

Wien. Diesmal steht ein architektonischer Leckerbissen zur Disposition. Die Villa in der Wenzgasse 12 in Wien Hietzing, das sogenannte Haus Beer, wird im Architektenlexikon als Höhepunkt der Zusammenarbeit von Oskar Wlach mit Josef Frank Ende der 1920er Jahre geschildert. Es verband funktionalistische Tendenzen mit Eleganz und Wohnlichkeit und wurde für den Gummischuhsohlenfabrikanten Julius Beer errichtet. Bis heute ein Juwel wienerischer Wohnkultur mit geradezu revolutionärem Wohnkonzept. Alte Ordnungen wurden über Bord geworfen, es dominieren Assymmetrien, ein Rundfenster neben quadratischen und rechteckigen Fenstern unterschiedlicher Größe, Erker, Balkone und Terrassen verschiedener Tiefe. Im Inneren entfaltet sich das volle dynamische Repertoire mit Treppen, Absätzen und Durchblicken, mit Sitzgarnituren, Einbauschränken und Leuchten sowie textilen Bespannungen und Vorhängen, für die Architekt Frank ein besonderes Faible hatte. Experten nennen die "Villa Beer" als das wohl bedeutendste Beispiel Wiener Wohnkultur der Zwischenkriegszeit und wird in eine Reihe gestellt mit dem "Haus Müller" von Adolf Loos in Prag.

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Die Architektenvilla ist daher auch denkmalgeschützt, wobei als besonders schützenswert die Außenerscheinung des Baublockes, die Fenster mit den Sprossen sowie das Raumprogramm gelten. An Ausstattung sind besonders die wandfesten Ausstattungen wie der runde Abstreifer, der ornamentale Fußboden im Speisezimmer, die eingebauten Bänke in der Nische in der Halle, die originalen Stein- und Galeriegeländer, die originalen Beschläge und Beleuchtungskörper sowie die originalen Heizkörperabdeckungen zu nennen.

Das Gebäude aus dem Jahr 1929 besteht aus drei Hauptgeschoßen und einem Halbstock über Niveau und einem Kellergeschoß inklusive Garage. Im Bereich der hinteren Liegenschaftsgrenze befindet sich ein Swimmingpool. Der unbebaute Bereich der Liegenschaft verfügt über befestigte Gehwege, Terrassen, Sträucher, Altbaumbestand und Gestaltungsgrün. Zur Wenzgasse 10 hin sind zwei Gartenhütten, im Bereich der Liegenschaftsgrenze Wenzgasse 14 ist eine Gartenhütte situiert.

Das Gebäude verfügt über zwei Eingänge. Von der Straßenseite aus gesehen, befindet sich im linken Teil der Haupttrakt und im rechten Teil der Nebentrakt mit jeweils einem Stiegenhaus. Die Villa verfügt über eine Wohnnutzfläche von knapp 650 Quadratmetern, sowie eine Nutzfläche im Kellergeschoß von 182 Quadratmetern sowie eine geräumige Garage im Keller.

Wer sich in eine der besten Wohnlagen Wiens begeben möchte, sollte in diesem Fall beachten, dass man in "historischen Hallen" wandelt, wie weiland die Tenöre Richard Tauber oder Jan Kiepura.

Info

Grundstücksgröße: 3169 m2

Wohnfläche: 851,99 m2

Schätzwert: 2.810.000,00,-

Geringstes Gebot:

2.810.000,00,-

Vadium: 281.000,00,-

Versteigerung:

27.6.2012, 13.00 Uhr

BG Hietzing, Hietzinger Kai 1-3

2. Stock, Saal II, Zi. 213

Gutachten im PDF-Format



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-24 10:32:12


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