Der 310. Geburtstag der ältesten noch bestehenden Tageszeitung der Welt, der Wiener Zeitung, ist Anlass für ein wissenschaftliches Symposium zur Rolle öffentlich-rechtlicher Medien. Unter fachlicher Führung des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien werden Organisationsformen und Gemeinwohlleistungen von Zeitungen, TV, Radio und Online-Medien hinterfragt. Ihre Auswirkungen für unabhängigen und hochwertigen Qualitätsjournalismus sind dabei Gegenstand kritischer Analyse. Der Public Value – der öffentliche Mehrwert einer Medientätigkeit – wird in den Mittelpunkt der wissenschaftlichen Debatte gerückt. Ein Begriff, der von der Wiener Zeitung in ihrem Selbstverständnis nicht als ausgeklügeltes Etikett im Rahmen eines "Geschäftsmodells" verwendet, sondern als öffentliche Aufgabe und Verpflichtung betrachtet wird.
In drei Panels mit abschließender Politikerrunde werden hochrangige ExpertInnen Rahmenbedingungen für Qualitätsjournalismus diskutieren
In Kooperation mit dem Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien.
Medienpartner: ORF und OKTO.
PROGRAMM
09.30
Come Together
09.45
Begrüßung: Wolfgang RIEDLER, Geschäftsführer Wiener Zeitung GmbH
Eröffnung: Astrid ZIMMERMANN, Aufsichtsrats-Vorsitzende Wiener Zeitung GmbH
10:00
Die Rolle öffentlich-rechtlicher Medien in Gegenwart und Zukunft– Hauptreferat
Ingrid DELTENRE, Generaldirektorin European Broadcasting Union
10:45
310 Jahre Wiener Zeitung, Teil 1: "Vergangenheit"
Ergebnisse eines Forschungsseminars des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien, Fritz HAUSJELL mit StudentInnen
11:00
Sichern öffentlich-rechtliche Medien unabhängigen Journalismus? – Panel 1
Welche Organisationsform sichert Medienqualität? Staatsferne gilt als zentrale Bedingung. Sie entwickelte sich aus der Konfrontation bürgerlich-demokratischer Zeitungen gegen den autoritären Staat. Aber wieviel Abhängigkeit von Inserenten verträgt sich mit der Forderung nach Journalismus, der "Public Watchdog" auch gegenüber Mächtigen in der Wirtschaft sein soll? Staatsfern organisierte öffentlich-rechtliche Medien sind jedenfalls weniger vom Werbemarkt und Konjunkturen abhängig. Liegen hier Antworten für die Organisation von unabhängigem Journalismus?
Keynote: Alfred J. NOLL, Rechtsanwalt und Medienexperte
Moderation: Reinhard GÖWEIL, Chefredakteur Wiener Zeitung
Am Podium: Franz C. BAUER, Präsident Journalistengewerkschaft; Dieter BORNEMANN, Redakteurssprecher ORF; Alexandra FÖDERL-SCHMID, Chefredakteurin Der Standard; Antonia GÖSSINGER, Redakteurin Kleine Zeitung, Kärnten; Andreas KOLLER, Stv. Chefredakteur Salzburger Nachrichten.
12:30
Mittagspause
13:45
310 Jahre Wiener Zeitung, Teil 2: "Gegenwart"
Ergebnisse eines Forschungsseminars des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien, Fritz HAUSJELL mit StudentInnen
14:00
"Diversity": Bringen Emanzipation und Multikulti auch mehr Vielfalt in die Medien?– Panel 2
Welche Antworten haben Medien auf die neue Diversität? Demokratie verspricht Gerechtigkeit,Gleichberechtigung, Nichtdiskriminierung, Chancengleichheit und Fairness. Medien sind Bühnen dieser Prozesse. Damit eine Gesellschaft nicht an Partikularinteressen der Stärksten zerbricht, gilt es, nicht einzelne Zielgruppen, sondern die gesamte Gesellschaft im Auge zu behalten. Bringt menschliche Vielfalt in den Redaktionen auch Vielfalt im Journalismus und eine Repräsentanz derjenigen, die sich keine PR leisten können?
Keynote: Horst PÖTTKER, Professor für Journalistik TU Dortmund
Moderation: Ina WEBER, Redakteurin Wiener Zeitung
Am Podium: Clara AKINYOSOYE, Chefredakteurin M-Media; Mercedes ECHERER, Schauspielerin, Integrationsaktivistin, Ex-Europa-Abgeordnete; Daniela KRAUSS, Geschäftsführerin fjum; Bettina ROITHER-EPP, Programmchefin Ö1; Özlem TOPÇU, Redakteurin Die Zeit (Mitautorin des Buches "Wir neue Deutsche").
15:30
Kaffeepause
16:00
310 Jahre Wiener Zeitung, Teil 3: "Zukunft"
Ergebnisse eines Forschungsseminars des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien, Fritz HAUSJELL mit StudentInnen
16:15
"Public Value" als Kampfbegriff der Medien. Wer hat wie viel davon? – Panel 3
Kommerzielle Medien argumentieren, auch sie würden Mehrwert für die Gesellschaft hervorbringen. Sie begründen damit, warum auch ihnen öffentliche Mittel zustünden. Öffentlichrechtliche Medien sehen jedoch ihre Gemeinwohlleistung umfassender: Auftrag zu journalistischer Qualität unabhängig von Profit und zur Unabhängigkeit verpflichtet – das Ganze
zudem definiert und öffentlich geprüft. Welche Bedeutung haben Medien wie die Wiener Zeitung in dieser Debatte um den gesellschaftlichen Mehrwert?
Keynote: Hannes HAAS, Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft
Moderation: Walter HÄMMERLE, Stv. Chefredakteur Wiener Zeitung
Am Podium: Harald FIDLER, Redakteur Der Standard; Nicole GONSER, Institut für Journalismus & Medienmanagement, FH Wien der WKW; Rainer NOVAK, Chefredakteur Die Presse;
Klaus UNTERBERGER, Leiter Public Value ORF; Astrid ZIMMERMANN, Generalsekretärin Presseclub Concordia.
17:45
Kaffeepause
18.15
Zusammenfassung und Ausblick, Fritz HAUSJELL
19.00
Die Politik und die öffentlich-rechtlichen Medien in Österreich– Publikumsdiskussion
Moderation: Thomas SEIFERT, Stv. Chefredakteur Wiener Zeitung;
Am Podium: Josef OSTERMAYER, Staatssekretär im Bundeskanzleramt, SPÖ;
Wolfgang ULM, Abg. d. Wiener Landtags, ÖVP (in Vertretung v. Klubobmann Karlheinz Kopf )
20.00 Buffet
LIVESTREAM auf wienerzeitung.at/symposium & LIVE-TV auf Okto
Die Teilnahme am Symposium ist kostenlos!
Bitte um verbindliche Anmeldung hier.
Das Media Quarter Marx ist öffentlich mit Autobus, Straßenbahn, Schnellbahn und U-Bahn zu erreichen: U-Bahn Linie U3 (Station Schlachthausgasse), Linie 74A (Station Viehmarktgasse/St. Marx), Straßenbahn Linie 18 (Station Viehmarktgasse) oder Linie 71 (Station
Rennweg) und Schnell-Bahn Linie S7 (Station St.Marx).