
London im Shoppingfieber. Alles drängt und rennt und rafft und schaut, extreme Sales-Afficionados haben sogar zu Beginn der Jänner-Sales vor den großen Kaufhäusern campiert. Vor Harrods zum Beispiel, wo selbst die Ausverkaufspreise nicht gerade sparen helfen. Aber es scheint den Besuchern ja ohnehin kaum um Geld zu gehen - eher darum, anderen etwas wegzuschnappen. Etwas Originelles, etwas Exklusives, etwas Besonderes. Und da wird man in London immer fündig.
So wirft man sich ins Gewühl der Massen, die sich durch die Oxford Street, Knightsbridge, Kings Road, durch Piccadilly und Covent Garden wälzen. Schrecklich, wenn man etwas ganz Bestimmtes sucht. Wunderbar, wenn man sich einfach treiben lässt und Ideen sammelt. Nirgends gibt es so viele originelle Shops, so viele witzige Kleinigkeiten.
Es muss ja nicht gleich ein Edel-Ei aus der nach 100 Jahren wiedereröffneten Fabergé-Filiale in der Grafton Street sein. Wie wäre es mit einer königlichen Duschhaube aus dem Buckingham Palace Shop, gleich bei Victoria Station; oder königlichen Kronen als Tischdeko; einer Grenadier Guardsmen Ente mit Bärenfellmütze; oder dem Lieblingshund der Queen als Plüschtier? Ein guter Tipp für originelle Mitbringsel sind auch die vielen Museums-Shops, die nette Dinge anbieten, die man sonst nirgends bekommt. Vor allem das V&A (Victoria & Albert Museum) kann da mit einem Riesenangebot punkten.
Wer allerdings den wahren Luxus anpeilt, wird sich natürlich nicht mit Kreti und Pleti im Ausverkaufs-Trubel drängen oder mit aufgelösten Normalverdienern an Kassen anstellen. No way! Wer auf sich hält, entgeht dem pöbelhaften Getue ganz einfach und lässt den Customer Concierge überlegen, was man sich und den daheim Gebliebenen, den Wahlonkeln und Erbtanten denn so alles gönnen sollte. Einige Hinweise auf den Lebensstil der zu Beschenkenden sind wohl gefordert, bei einem netten Geplauder ist das schnell herausgefunden. Den Rest erledigen die Shopping-Assistenten aus der Abteilung "Gift Concierge".

Während also Harrods-Mitarbeiter durch die endlosen Gänge und Abteilungen eilen und zusammenraffen, was passen könnte, verkürzt man sich die Wartezeit mit ein paar Belons und einem netten Chablis, um dann aus der vorgelegten Geschenkauswahl eines oder mehrere der exquisiten Deko-Entchen um je 4950 Pfund, oder eine kleine Armbanduhr um 195.000 Pfund zu wählen. Ein Body fürs Baby mit passendem Fläschchen von Dior (109 Pfund) und ein kleiner Stoffhund um 189 Pfund als Mitbringsel werden gleich eingepackt. Und eine dieser netten kleinen Clutch-Bags um 1550 Pfund lässt noch Platz im Koffer für weitere Schnäppchen.

