• Artikel vom 17.02.2012, 12:00 Uhr

WienerJournal

Update: 17.02.2012, 16:11 Uhr
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Fellwechsel


Von Marie-Thérèse Demblin de Ville
  • Beschaffenheit, Anzahl und Farbe sind von der Natur aus genetisch festgelegt. Über die Kunst, mit ein paar Bürstenstrichen den entscheidenden Unterschied zu machen, und wie der australische Figaro David Mallett in Paris Haarträume wahr werden lässt - das "Wiener Journal" auf Trichologie-Forschungpfaden.

 - © 2010 David Mallett / David Mallett SARL

© 2010 David Mallett / David Mallett SARL

Das Forschungsfeld der Trichologie beschäftigt sich als Teil der Dermatologie ausschießlich mit Kopfhaut, Haarwurzeln und Haarausfall. Durchschnittlich befinden sich circa 100.000 bis 150.000 Haare auf einem Kopf. Wenn dieser blond ist, sind es immer etwas mehr und bei Rothaarigen zumeist etwas weniger. Der drei-schichtige Aufbau aus Schuppenschicht (Cuticula), Faserschicht (Cortex) und Mark (Medulla) gewährleistet Glanz, Elastizität und Dicke. Als wesentlicher Hauptbestandteil gibt Keratin dem Haar seine für den Figaro relevanten Eigenschaften. Die chemische Verbindung von Wasserstoff-Molekülen ist extrem haltbar und ermöglicht das Umformen des Haares mittels Fönen, Glätteeisen oder Eindrehen auf Lockenwickler. Die Melanozyten geben dem Haar durch die Bildung von Farbpigmenten seine charakteristische Farbe. Ob blond, braun, schwarz oder rot ist in den Erbanlagen festgelegt. Bei grauem oder weißem Haar sind die Pigmentzellen so erschöpft, dass sie keinen Farbstoff mehr an das Haar abgeben können. Das nun pigmentlos weiterwachsende Haar wirkt, umgeben von dunkleren Haaren, dann grau. Grauwerden ist Veranlagungssache. Deshalb ergrauen auch manche Menschen früher als andere. Erst wenn der fortschreitende Alterungsprozess die gesamte Kopfhaut erreicht hat, erscheinen die Haare weiß. Den Silberglanz bekommt das Haar durch die in der Haarstruktur vermehrt eingelagerte Luft, die eine stärkere Reflexion des Lichtes mit sich bringt. Auch die Reduktion der Haardichte geht mit dem physiologischen Zyklus einher. Prinzipiell gilt, dass eine gesunde, ausgewogene Ernährung maßgeblich dazu beiträgt die Haarpracht lange glänzend und wallend zu halten. Speziell auf die Haare abgestimmte, nahrungsergänzende Produkte wie Nutricosmetics (z.B. von Inneov oder Saint Charles) können zudem Vitamin- und Spurenelement-imbalancen ausgleichen. Der biologische Wechsel zwischen Sommer- und Winterfell findet in minimierter Form auch beim Menschen statt. Dank des asynchronen Wachstums der einzelnen Pili findet im Gegensatz zum animalischen Fellwechsel zweimal jährlich das neue Haarkleid nicht abrupt, sondern langsam und Schritt für Schritt in seine neue Form.

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Le Figaro David Mallett

In der Pariser Rue Notre Dame des Victoires Nummer 14 gelegen, befindet sich über eine knarrende, wunderbar erhaltene, alte Holztreppe erreichbar der Salon von David Mallett. In der das gesamte erste Stockwerk umfassenden Altbauwohnung kommen Elemente aus dem 17. Jahrhundert mit Designklassikern wie dem Eames Sessel von Vitra mit kuriosen Preziosen aus aller Welt zusammen. So wird man im Hauptraum von Babette, dem gut zwei Meter großen Vogelstrauß empfangen. Bevor es aber mit Schere und Kamm zur Sache geht, nimmt man im "Shampoo-Raum" in einem bequemen Sessel mit Waschbecken Platz, lagert die Beine auf einen Lederhocker hoch, während sich Tiefenentspannung bei der die Kopfwäsche begleitenden Akupressurmassage automatisch einstellt. Als Erweiterung seiner persönlichen Philosphie ist das Ambiente in seinem Salon ein Mix aus ultra-luxuriös und unglaublich entspannt: "Ich bin davon überzeugt, dass Haare auch im Alltag, in der realen Welt einfach wundervoll aussehen sollen, nicht nur wenn man im Salonsessel sitzt. Es ist wenig erquicklich und nicht zielführend, einen Look zu frisieren, der schon kurz nach dem Verlassen des Salons nicht mehr sitzt. Ich gehe in haariger Technik geradezu auf, sodass meine Klienten sich nicht mehr damit auseinandersetzen müssen. Meine Philosophie dreht sich um das praktisch Umsetzbare und meinen Klienten zu zeigen, wie sie wunderschöne Haare haben können, auch wenn ich nicht bei ihnen bin." Bei David Mallett geht es mehr darum sich privat und gemütlich, etwa so wie zu Hause zu fühlen als großartig Exklusivität zu vermitteln. Schon im zarten Alter von vier Jahren hatte David Mallett im suburbanen Australien beschlossen Hairstylist zu werden. Um seine eigenen Worte zu benutzen, war er "schon immer im Stillen auf Haare fixiert". Mit 27 Jahren machte sich David mit schon über elf Jahren Berufserfahrung in seinem Heimatland auf nach Paris, wo er nur kurze Zeit später mit seinem Talent in der Modeszene auffiel. Es folgten Aufträge der französichen "Vogue", lukrative Werbeshootings mit Chanel, Dior, Lancel, L’Oreal, Givenchy, La Perla und das Haarstying für den renommierten Pirelli Kalender.

Fast wie im Wohnzimmer fühlt man sich im Salon David Mallett.

Fast wie im Wohnzimmer fühlt man sich im Salon David Mallett.© 2010 David Mallett Fast wie im Wohnzimmer fühlt man sich im Salon David Mallett.© 2010 David Mallett

Ob nun Charlotte Gainsbourg, Cléménce Poésy, Liv Tyler oder Penélope Cruz in seinem Salonsessel Platz nehmen oder eine seiner modeaffinen Klientinnen, die Frage warum David Mallett genau weiß, was der Kopf, der vor ihm sitzt, denn genau will oder braucht, ist für ihn ganz einfach und verständlich zu beantworten: "Es ist ein Gefühl. Nach über 30 Jahren Haarestylens ist es gut überschaubar. Prinzipiell gibt es zwei Typen. Entweder trägt man die Haare gerne nach vorne gewuschelt und die Stirn und Wangen umspielend oder man streicht sich lieber das Haar bei Hautkontakt aus dem Gesicht hinter die Ohren. Diese Handbewegungen geschehen instinktiv und eine ist immer dominierend." Worin sich dieses gefühlte Haar-Phänomen begründet, auch dazu hat David eine raisonable These: "Leute, die mit ihrem Haar das Gesicht bedecken, fühlen sich so geborgener. Es scheint wie ein kleiner Schutz, der ihnen Rückzug bietet. Während ein von Haaren gänzlich freigelegtes Gesicht zumeist einen recht offenen Charakter birgt, der gerne gesehen wird und augenscheinlich nichts zu verbergen hat." Den Selbsttest hat diese These bestanden, was wirklich erstaunlich und interessant ist.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-15 15:14:23
Letzte Änderung am 2012-02-17 16:11:53


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