Russland und Ukraine legen Gas-Streit bei

Kiew entgeht Strafzahlungen.
Jalta. (apa/leg) In dem endlosen russisch-ukrainischen Gasstreit mehren sich die Signale der Entspannung: Der russische Regierungschef Wladimir Putin und die ukrainische Premierministerin Julia Timoschenko meldeten am Donnerstagabend eine Einigung.
Die Ukraine muss Russland weniger Gas abkaufen als im ursprünglichen Vertrag vorgesehen, sagte Putin nach dem Gespräch mit Timoschenko in Jalta. Die in einer schweren Krise steckende Ukraine, der erst kürzlich die Auszahlung eines dringend benötigten IWF-Kredits wegen mangelnder Reformen verweigert wurde, entgeht damit empfindlichen Strafzahlungen. Freilich muss der neue Vertrag noch aufgesetzt und unterzeichnet werden – und ob der ukrainische Präsident Wiktor Juschtschenko, weder ein Freund Moskaus noch Timoschenkos, mit der Einigung einverstanden ist, gilt als fraglich.
Putin sagte nach dem Treffen, Russland habe "auf die Wünsche Timoschenkos eingehen" können. Nach seinen Angaben einigten sich die Energieriesen beider Länder, Gazprom und Naftogaz, auf neue Liefermengen. Naftogaz war für das kommende Jahr bisher vertraglich zum Kauf von 52 Milliarden Kubikmetern Gas aus Russland verpflichtet. Schätzungen zufolge benötigt die Ukraine aber nur etwa die Hälfte des Gases. Ohne neuen Vertrag wären auf das Land daher hohe Vertragsstrafen zugekommen.
Printausgabe vom Samstag, 21. November 2009
Online seit: Freitag, 20. November 2009 18:07:22
Kommentar senden:
* Kommentare werden nicht automatisch veröffentlicht. Bitte beachten Sie unsere Regeln.
Die Redaktion behält sich vor Kommentare abzulehnen. Wenn Sie eine Veröffentlichung Ihrer Stellungnahme als Leserbrief in der Druckausgabe wünschen, dann bitten wir Sie auch um die Angabe einer nachprüfbaren Postanschrift im Feld Postadresse. Diese Adresse wird online nicht veröffentlicht.