In diesen Tagen werden allerorts Eier ausgeblasen und bunte Eier in den Kühlregalen angeboten. Denn bunt gefärbte Eier gehören zum traditionellen Osterfest. Doch künstliche Eierfarben sind nicht völlig harmlos, wie auch ein aktueller Test von Greenpeace ergeben hat. Die österreichische Umweltberatung und die deutsche Verbraucher Initiative haben einige Tipps zum natürlichen Färben zusammengestellt.
Die gängigen Eierfarben sind Lebensmittelfarben, die auch als Zusatzstoffe zugelassen sind. "Viele dieser Stoffe gehören zur Gruppe der Azofarbstoffe, die bei empfindlichen Menschen allergieähnliche Reaktionen auslösen können", informiert Laura Groche, Ernährungsreferentin der Initiative. Hautrötungen, Juckreiz und in schlimmen Fällen auch Asthmaanfälle können die Folge sein.
Beim Färben gelangen Chinolingelb (E 104), Erythrosin (E 127) und Co. durch winzige Risse und Sprünge der Eierschale leicht bis ins Eiweiß. Auf diese Weise werden sie in geringen Mengen mitgegessen.
Chinolingelb (E 104) und Erythrosin (E 127) hat jüngst Greenpeace in einem ausführlichen Ostereiertest bei diversen konventionellen Produkten festgestellt. Erythrosin kann demnach die Nieren schädigen, Allergien auslösen und steht im Verdacht an der Ausbildung des hyperkinetischen Syndroms beteiligt zu sein. Aktuelle Studien konnten zudem hormonelle Effekte nachweisen, die eine Förderung von Brustkrebs befürchten lassen. Der zum Gelbfärben verwendet Farbstoff Chinolingelb hat ganz ähnliche Nebenwirkungen wie Erythrosin und ist in den USA für Lebensmittel bereits verboten. Ab 2010 müssen auch in der Europäischen Union Produkte mit diesem Farbstoff mit der Aufschrift "kann die Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen" gekennzeichnet sein.
Deshalb empfiehlt es sich, Farben aus der Natur zu verwenden. Sie sind gesundheitlich unbedenklich und ergeben schöne Farbtöne:
- Rote Rüben und rote Zwiebelschalen: Rottöne
- Schwarzer Tee oder Walnussschalen: Goldgelb bis Braun
- Spinat und Petersilie: Grün
- Rotkrautblätter: Blau bis Lila
Weiße Eier nehmen die Farbe am besten an, besonders wenn sie vor dem Färben gut mit Essig abgerieben werden. Der Sud aus einem halben Liter Wasser, einem Schuss Essig und 250 g Pflanzenstückchen bzw. einem Viertelliter Roten-Rüben-Saft muss ungefähr 30 bis 45 Minuten kochen, bevor die Eier hineingegeben werden. Sie werden im Farbbad hart gekocht und abgekühlt. In Reformhäusern, Apotheken und Bio-Läden gibt es auch fertige Naturfarben-Sets zu kaufen. Zum Schluss sollten die Eier mit ein wenig Öl oder einer Speckschwarte aufpoliert werden.
Dienstag, 07. April 2009 20:08:00
Update: Mittwoch, 08. April 2009 18:14:00